Ratgeber

EEG-Umlage falsch berechnet: Strom ist zu teuer

im letzten Jahr wurden weniger Photovoltaik-Anlagen neu errichtet als ursprünglich geplant. Die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien hätte deshalb nicht so stark steigen dürfen wie es der Fall war.

Es wurden weniger Solaranlagen neu errichtet als geplant.
Es wurden weniger Solaranlagen neu errichtet als geplant.(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen einer Fehlprognose zahlen die deutschen Privathaushalte in diesem Jahr 880 Millionen  Euro zu viel für ihren Strom. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbraucherportal Verivox, das sich die Entwicklung der EEG-Umlage angesehen hat. Zum Jahreswechsel war die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien, deren Höhe sich unter anderem nach dem Zubau mit Solaranlagen bemisst, von 2,047 Cent auf 3,530 Cent angestiegen. 750 Grundversorger haben seitdem die Preise erhöht, meist mit Verweis auf die höhere Umlage.

Verivox stellt die Höhe der Umlage nun infrage: 2010 seien weit weniger Photovoltaik-Anlagen entstanden als zunächst angenommen. Die Umlage falle darum um rund 0,8 Cent je Kilowattstunde zu hoch aus. Eigentlich hätte die EEG-Umlage demnach nur auf 2,7 Cent steigen dürfen. Auf die 40 Millionen Haushalte in Deutschland hochgerechnet ergebe das 880 Millionen Euro Mehreinnahmen für die Stromkonzerne.

Zwar sei vorgesehen, den Verbrauchern das zu viel gezahlte Geld bei der EEG-Umlage für 2012 anzurechnen, sagte eine Verivox-Sprecherin. Zunächst aber gewährten diese der Energiewirtschaft ungefragt "einen zinslosen Kredit". Ob es sich bei der Fehlprognose um Absicht oder einen Rechenfehler handle, könne derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. In beiden Fällen sei das Resultat aber eine unnötige Milliardenbelastung privater Haushalte zugunsten der Energiewirtschaft.

Bilderserie

Strompreise im Vergleich

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen