Ratgeber

Billige mit Servicemängeln: Stromanbieter im Test

Teldafax-Kunden haben es schmerzhaft gelernt: billig allein reicht nicht. Stromanbieter sollten auch verbraucherfreundliche Vertragsbedingungen bieten und für ihre Kunden ansprechbar sein. Das Deutsche Institut für Servicequalität hat für n-tv geprüft, welche Versorger das schaffen.

An regelmäßige Meldungen über Preiserhöhungen haben sich viele Verbraucher inzwischen gewöhnt.
An regelmäßige Meldungen über Preiserhöhungen haben sich viele Verbraucher inzwischen gewöhnt.

Mit steigenden Stromkosten haben sich viele Kunden inzwischen abgefunden. Andere stellen ihren Anbieter von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand und wechseln zu einem neuen, wenn sich das lohnt. Und das tut es oft: Der Strommarkt ist hart umkämpft und Neukunden werden oft mit Bonuszahlungen geködert, die auf die erste Abrechnung gutgeschrieben werden. Doch welcher Anbieter bietet auch ohne Boni günstige Tarife und wer bietet faire Vertragsbedingungen? Wo bekommt man einen guten Service sowohl am Telefon, per E-Mail als auch im Internet? Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat im Auftrag von n-tv 43 regionale und überregionale Anbieter verglichen.

Preislich lohnt sich ein Wechsel zumindest immer dann, wenn man noch beim Grundversorger Strom bezieht. Je nach Stromverbrauch und Stadt lassen sich teilweise mehr als 200 Euro im Jahr einsparen, wenn man vom günstigsten Tarif des Grundversorgers zum billigsten Anbieter wechselt – so das Ergebnis der Studie. Wer automatisch vom Regionalversorger in den Basistarif eingestuft wurde, spart bei einem Wechsel sogar noch deutlich mehr.

Personelle Probleme

Ein schlanker Preis allein reicht aber nicht. Gut ist ein Stromanbieter nur dann, wenn auch Service und Vertragsbedingungen stimmen, weiß DISQ-Chefin Bianca Möller: "Günstige Tarife sind oft mit langen Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten verbunden. Außerdem zeigt unsere Studie, dass viele preisgünstige Anbieter beim Service recht schwach abschneiden." So müssten sich Kunden bei Anrufen mitunter lange gedulden, um dann auf unfreundliche Mitarbeiter zu treffen.

Auch bei Fragen per Mail kämen nicht immer vollständige und kompetenten Antworten, außerdem ließen sich viele Unternehmen viel zu lange Zeit, moniert Möller. Auf eine E-Mail-Antwort müssten Kunden im Schnitt fast zwei Tage warten, jede dritte Anfrage wurde im Testzeitraum gar nicht beantwortet. Der Service per Mail wurde dann auch nur mit "ausreichend" bewertet. Etwas besser war die gesamte Servicebilanz der Branche, sie erhielt aber auch nur die Durchschnittsnote "befriedigend". Wer Strompreise vergleicht, sollte auf jeden Fall auch die Nutzerbewertungen auf den Vergleichsportalen checken, das kann vor bösen Überraschungen schützen. 

Die Testsieger

Video

Als Sieger ging "Discounter-Energie" aus der Studie als Sieger hervor, der Versorger aus München bekommt den Titel "Bester überregional aktiver Stromanbieter 2012". Die Preise gehörten zu den günstigsten im Test, der Service war befriedigend. Im Bereich Ökostrom  lag 123energie mit recht attraktiven Preisen zu fairen Vertragsbedingungen und einem guten telefonischen Service vorn. Die ExtraEnergie-Tochter Priostrom bot die günstigsten Preise der überregionalen Unternehmen. Greenpeace Energy erzielte das beste Serviceergebnis. Der Ökostromanbieter beantworte alle E-Mail-Anfragen innerhalb eines Tages und punktete am Telefon mit kurzen Wartezeiten und einer verständlichen Beratung.

Stromanbieter: Gut und günstig

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen