Ratgeber

Ökoumlage für erneuerbare Energien: Subvention per Stromrechnung

Mit jeder Kilowattstunde Strom bezuschussen Verbraucher den Ausbau erneuerbarer Energien. In den vergangenen Jahren stieg der Anteil dieser Zuschüsse am Strompreis drastisch und macht mittlerweile fast ein Fünftel aus. Die Bundesregierung will diesen Anstieg der Subventionen nun begrenzen.

Die sogenannte EEG-Umlage wird von den Stromkunden bezahlt.
Die sogenannte EEG-Umlage wird von den Stromkunden bezahlt.(Foto: K.-U. Häßler - Fotolia)

Wie funktioniert die Förderung der erneuerbaren Energien? Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen ist bislang teurer als die Produktion mit Kohle oder Atomkraft. Damit die Erneuerbaren sich trotzdem durchsetzen, werden sie gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich gefördert. Für jede Kilowattstunde, die ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Sie sinkt jährlich, um Ökostrom nach und nach wirtschaftlich zu machen. Gleichzeitig aber gibt es immer mehr Anlagen und immer mehr eingespeisten Ökostrom.

Wer bezahlt die Förderung der Erneuerbaren?

Sie wird über die sogenannte EEG-Umlage von den Stromkunden bezahlt. Allerdings können Unternehmen teilweise von der Zahlung befreit werden - quasi zu Lasten der anderen Verbraucher, unter denen sich die Kosten für die Förderung der alternativen Energien aufteilen.

Wer legt die Höhe der Umlage fest?

Die Umlage berechnen die vier Übertragungsnetz-Betreiber im Auftrag des Gesetzgebers auf Basis von Prognosen durch unabhängige Gutachter. Jedes Jahr im Herbst geben sie die Höhe für das kommende Jahr bekannt. Ihre Berechnungen werden von der Bundesnetzagentur kontrolliert. Zum 1. Januar stieg die EEG-Umlage um rund 50 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde. Einem Durchschnittshaushalt entstehen dadurch Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr, zuzüglich Mehrwertsteuer.

Wonach richtet sich die Festlegung der Umlage?

Die Umlage für das Folgejahr richtet sich nach dem Ausbau des laufenden Jahres und einer Prognose für das kommende Jahr. Preistreibend ist vor allem die Solarförderung - denn die Sonnenenergie wird mit besonders hohen Sätzen gefördert und deshalb auch häufig auf Dächern und freien Flächen installiert.

Wie setzt sich der Anstieg für dieses Jahr zusammen?

Die EEG-Umlage stieg zum 1. Januar um 1,7 Cent je Kilowattstunde. Die Erhöhung entfällt unter anderem auf die steigende Einspeisung an Strom aus erneuerbaren Energien und bedeutet ein Plus von etwa: 0,35 Cent je Kilowattstunde für Solaranlagen, 0,30 Cent je Kilowattstunde für Windkraft und 0,25 Cent je Kilowattstunde für Biomasse-Anlagen.

Hinzu kommt ein Nachholbetrag, da die Übertragungsnetzbetreiber allein bis Ende September 2012 knapp 2,6 Milliarden Euro mehr Förderung an Betreiber von Ökostromanlagen bezahlt haben als prognostiziert und über die diesjährige Umlage abgedeckt war. Diese Unterdeckung gleichen sie durch eine Anhebung um 0,5 Cent je Kilowattstunde aus.

Dazu kommen noch 0,3 Cent je Kilowattstunde als sogenannte Liquiditätsreserve, um Schwankungen zwischen der Prognose und der tatsächlichen Einspeisung zu berücksichtigen. Wird diese nicht in Anspruch genommen, wirkt sie sich laut Bundesnetzagentur mindernd auf einen möglichen Anstieg der Umlage im Folgejahr aus.

Wird die EEG-Umlage auch in Zukunft steigen?

Davon ist auszugehen. Doch die Bundesregierung will dem ungebremsten Anstieg jetzt einen Riegel vorschieben. Die Einspeisevergütungen, die besonders in der Vergangenheit teilweise sehr hoch waren, werden über 20 Jahre garantiert. Wenn die ersten teuren Altanlagen nicht mehr gefördert werden, könnte die EEG-Umlage sinken. Gleichzeitig könnte durch einen generell steigenden Strompreis an der Börse der Preisabstand des Ökostroms sinken, was die Förderung über die Einspeisevergütung billiger macht. Dann müssen die Stromkunden zwar womöglich für ihren Strom an sich mehr zahlen - die EEG-Umlage trüge daran aber keine Schuld.

Zum Strompreisvergleich

Zum Energiesparratgeber

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen