Ratgeber

Abzocke mit Hotline-Wartezeiten : Telefongebühren bald verboten

Eigentlich will man einen kompetenten Ansprechpartner, stattdessen gibt es Musikgesäusel und ab und an die Ansage, man werde gleich verbunden - Telefonhotlines können selbst geduldige Menschen zur Verzweiflung treiben. Ab nächstem Jahr sollen die angerufenen Unternehmen mit Wartezeiten wenigstens kein Geld mehr verdienen können.

"Bitte warten Sie, wir sind gleich für Sie da" - nach spätestens zehn Minuten erscheint diese Ansage wie blanker Hohn.
"Bitte warten Sie, wir sind gleich für Sie da" - nach spätestens zehn Minuten erscheint diese Ansage wie blanker Hohn.(Foto: picture alliance / dpa)

Wer eine gefühlte Ewigkeit in einer Telefonwarteschleife hängt, soll sich künftig wenigstens nicht mehr über hohe Telefongebühren ärgern.  Ab kommendem Jahr sollen Anrufer für die Wartezeit bei Service-Hotlines nichts mehr zahlen. Die Bundesregierung hat nun beschlossen, das Telekommunikationsgesetz entsprechend zu ändern. Zum schwarz-gelben Kompromiss gehört auch der geplante flächendeckende Ausbau schneller Internetverbindungen. Auch sollen Bürger leichter ihren Telefonanbieter wechseln können.

Eigentlich sollten die Warteschleifen sofort umsonst sein. Die Wirtschaft forderte aber eine Frist für die technische Umstellung. Nun soll die Regelung ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes - also nach Verabschiedung in Bundestag und Bundesrat - für die Branche gelten.

Zwei Minuten kostenlos

Bis dahin sieht eine Übergangslösung vor, dass die ersten beiden Warteschleifen-Minuten bei kostenpflichtigen Service-Nummern nichts kosten. Die Regierung hatte sich bereits im September 2010 grundsätzlich auf eine Regelung für Anrufe aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz verständigt. Während 0800-Nummern derzeit kostenlos sind, müssen Anrufer für 0180-Servicedienste und 0900-Premiumdienste zahlen.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von einem großen Gewinn für die Verbraucher. "Die Probleme, die bisher beim Anbieterwechsel bestanden, gehören nun der Vergangenheit an. Das stärkt das Vertrauen in Markt und Wettbewerb." Auch Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist zufrieden: "Es ist uns gelungen, das Problem der kostenpflichtigen Warteschleifen zu lösen. Wird vom Unternehmen keine Leistung erbracht, dürfen auch keine Kosten berechnet werden."

Quelle: n-tv.de

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