Uralte Telefone: Telekom verdient noch dran
Die alten analogen Telekom-Festnetztelefone mit ihren verkabelten Hörern waren zwar nicht sonderlich praktisch, dafür aber überaus robust. Weil sie einfach nicht kaputt gehen wollen, stehen sie noch heute in einigen Haushalten. Und diese müssen zum Teil immer noch dafür bezahlen.
Kunden der DeutschenTelekom zahlen immer noch Miete für uralte analoge Festnetztelefone –jedenfalls dann, wenn sie die Geräte nicht irgendwann abgemeldet haben. Darauf weistdie Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hin.
Einige Kunden haben derVerbraucherzentrale Monatsrechnungen vorgelegt, auf denen Leistungen angeführtwaren, die sich zunächst nicht zuordnen ließen. So wurde etwa für "Actron B"ein Betrag von 2,51 Euro monatlich in Rechnung gestellt. Für "Dallas"sollten 3,74 Euro bezahlt werden. Des Rätsels Lösung war schnell gefunden: Eshandelt sich um Mietgebühren für alte Geräte.
Zu Zeiten des Telekom-Monopolskonnten sich Verbraucher keine eigenen Festnetztelefone kaufen. Sie hatten aberAnspruch auf einen kostenlosen Standardapparat. Alternativ konnten sie auch einetwas besser ausgestattetes Gerät mieten. Und diese Mietverträge laufen weiter,solange sie nicht gekündigt wurden.
Keine Rückgabe nötig
Die meisten Kundenhaben sich nach 1990 eigene, modernere Geräte angeschafft. Idealerweise habensie dann auch zeitnah ihre Mietverträge per Post gekündigt. Doch manche habendas versäumt und in einigen Fällen hat es die Telekom auch bis heute nicht geschafft,den entsprechenden Posten aus den Rechnungen zu löschen. Bei einer Kündigungkann die Telekom das Gerät zurückverlangen, doch das kommt selten vor. Schließlichsind die Telefone technisch längst überholt und im Grunde auch schon langeabbezahlt.
Doch das spiele beieinem Mietvertrag grundsätzlich keine Rolle, argumentiert Frank Domagala, Pressesprecher für das Deutschlandgeschäftder Deutschen Telekom, gegenüber der Stiftung Warentest. Bei einer Wohnungzahle man schließlich auch nach 30 Jahren noch Miete. Die Stiftung sucht nunbetroffene Kunden, um die Angelegenheit zu prüfen. Auf jeden Fall sollten sichlangjährige Telekom-Kunden ihre Rechnungen genauer ansehen. Auch wenn dieMonatsbeträge nur im unteren Euro-Bereich liegen, läppert sich die Miete übersJahr auf bis zu 45 Euro. Dafür bekommt man inzwischen auch schon ein passablesSchnurlostelefon.
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Quelle: n-tv.de


