Ratgeber

Raus aus den Schulden: Tipps bei Überschuldung

Zehntausende Verbraucher rutschen jedes Jahr in die Überschuldung. Überproportional betroffen sind nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes alleinerziehende Frauen. Grund für Überschuldung ist häufig Arbeitslosigkeit. Aber auch andere Schicksalsschläge wie Trennungen treiben Verbraucher in die Überschuldung.

Für einen Antrag auf Privatinsolvenz müssen Verbraucher belegen, dass sie sich nicht mit ihren Gläubigern einigen konnten.
Für einen Antrag auf Privatinsolvenz müssen Verbraucher belegen, dass sie sich nicht mit ihren Gläubigern einigen konnten.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wem die Schulden über den Kopf wachsen, der sollte sich an eine Schuldnerberatung wenden - und unter Umständen eine Privatinsolvenz in Betracht ziehen.

Verbraucher gelten als überschuldet, wenn das monatliche Einkommen über einen längeren Zeitraum nicht reicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken und auch eine Reduzierung des Lebensstandards nicht hilft. Häufig führen zu dieser Situation Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennungen und andere Schicksalsschläge. Ursache kann aber auch die Schwierigkeit sein, maßvoll mit Geld umzugehen.

Schuldnerberatung

In Deutschland helfen rund 1000 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen Menschen dabei, ihre finanzielle Situation wieder in den Griff zu bekommen. Eine Beratungsstelle in der Nähe können Verbraucher unter www.meine-schulden.de finden. Dort können Menschen sich auch zunächst online informieren.

Verbraucherinsolvenz

Wer aus der Schuldenfalle herauskommen möchte, kann mit Hilfe einer Schuldnerberatung, eines Anwalts oder Steuerberaters bei Gericht einen Antrag auf Privatinsolvenz einreichen. Das Verfahren ermöglicht die sogenannte Restschuldbefreiung. Dafür müssen Verbraucher sechs Jahre lang so viele Schulden wie möglich abstottern. Danach werden ihre Restschulden gestrichen. Ab kommenden Sommer ist dies auch binnen drei Jahren möglich.

Pflichten des Schuldners

Für einen Antrag auf Privatinsolvenz müssen Verbraucher belegen, dass sie sich nicht mit ihren Gläubigern einigen konnten. Das Insolvenzverfahren ist für den Schuldner zudem mit Kosten verbunden. Kann er das Geld dafür nicht aufbringen, kann aber eine Stundung beantragt werden.

P-Konto

Außerhalb eines Insolvenzverfahrens können sich Schuldner vor Pfändungen mit einem Pfändungsschutz-Konto schützen. Jeder Kontoinhaber kann bei seinem Geldinstitut beantragen, dass sein Girokonto in ein sogenanntes P-Konto umgewandelt wird. Auf dem Konto besteht ein Pfändungsschutz für Guthaben in Höhe des Grundfreibetrags. Der Schutz kann unter Umständen auch erhöht werden, unter anderem bei Unterhaltspflichten.

Quelle: n-tv.de

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