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Unfall wegen Schwindelanfall: Versicherung zahlt nicht

Die private Unfallversicherung hat ihre Tücken: Geld gibt es nämlich längst nicht für jeden Unfall. Wer etwa wegen Kreislaufproblemen das Gleichgewicht verliert und stürzt, bekommt keinen Cent.

Erst schwarz vor Augen, dann Sturz - in diesem Fall zahlt die Unfallversicherung nichts.
Erst schwarz vor Augen, dann Sturz - in diesem Fall zahlt die Unfallversicherung nichts.(Foto: uschi dreiucker, pixelio.de)

Ein versehentlicher Sturz aus dem Fenster klingt zunächst nach einem Unfall. Dennoch zahlt nicht unbedingt die private Unfallversicherung. Geht dem Sturz ein plötzlicher Schwindelanfall voraus, stehen dem Verunglückten keine Leistungen zu, wie das Oberlandesgericht Düsseldorf bekräftigt hat. Denn nach den Allgemeinen Bedingungen für Unfallversicherungen fallen Unglücksfälle durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen in der Regel nicht unter den privaten Versicherungsschutz.

Geklagt hatte eine Frau, die seit einem Sturz aus dem Schlafzimmerfenster faktisch querschnittsgelähmt ist. Ihrem eigenen Bericht zufolge sei ihr in einer extrem schwülwarmen Nacht im Bett plötzlich übel geworden und sie habe sich zum angekippten Fenster geschleppt, um für mehr frische Luft zu sorgen. Dort sei ihr "schwarz vor Augen" geworden. Was nach dem Öffnen des Fensters passiert sei, wisse sie nicht mehr. Jedenfalls sei sie aus dem ersten Stock auf die Straße vor ihrem Haus gefallen. Seit dem Unfall kann die Frau sich nicht mehr bücken und auch keine schweren Sachen mehr heben, außerdem ist es ihr nicht möglich, längere Zeit zu stehen oder zu laufen.

Von ihrer Versicherung verlangte die Frau daraufhin die vereinbarte monatliche Unfallrente in Höhe von 375 Euro, die bei einer Invalidität von mindestens 50 Prozent fällig ist. Doch der Versicherer weigerte sich, zu zahlen. Und das zu Recht, wie die Richter befanden. Unfälle durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen fallen bei privaten Unfallpolicen generell nicht unter den Versicherungsschutz. Dabei komme es nicht darauf an, dass die Bewusstseinsbeeinträchtigung nur wenige Sekunden gedauert habe, so das Gericht. Anders sehe es aus, wenn äußere Umstände zum Sturz geführt hätten. Doch die ließen sich im vorliegenden Fall nicht erkennen.

Private Unfallversicherung im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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