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Schlüssel offen liegengelassen : Versicherung zahlt nur die Hälfte

Wer seine Autoschlüssel am Arbeitsplatz offen herumliegen lässt, riskiert zumindest einen Teil des Versicherungsschutzes. Das geht aus einem Urteil des OLG Koblenz hervor.

Autoschlüssel sollten vor dem Zugriff Dritter geschützt werden.
Autoschlüssel sollten vor dem Zugriff Dritter geschützt werden.(Foto: Pixelio)

Wer seinen Autoschlüssel an der Arbeitsstelle unbeaufsichtigt lässt, riskiert bei Diebstahl und anschließender Beschädigung des Fahrzeugs eine erhebliche Kürzung der Versicherungsleistung. Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz bekommt eine Mitarbeiterin eines Altenheims nach dem Diebstahl ihres Autos nur die Hälfte des Schadens ersetzt. Die Frau habe den Schlüssel in einem offen zugänglichen Raum des Heims liegenlassen, das sei grob fahrlässig und leichtsinnig, begründete das Gericht seinen Beschluss.

Die Frau hatte es dem Dieb nach Auffassung der Richter allzu leicht gemacht. Sie habe ihren Korb mit dem Schlüssel nicht im vorhandenen Spind eingeschlossen, sondern im offenen Aufenthaltsraum zurückgelassen, als sie in ein anderes Stockwerk ging. Der Dieb fuhr mit ihrem vor dem Haus geparkten Auto davon, das später beschädigt aufgefunden wurde. Von den 7000 Euro Reparaturkosten zahlte die Versicherung nur die Hälfte. Zu Recht, befanden die Richter, denn das Verhalten der Mitarbeiterin war grob fahrlässig und rechtfertigt eine Kürzung der Versicherungsleistung. Die Bestohlene klagte gegen dieses Urteil.

Diese Einschätzung teilte auch der 10. Zivilsenat des Oberlandesgerichts. Die Klägerin habe die erforderliche Sorgfalt in hohem Maße außer Acht gelassen, indem sie naheliegende Möglichkeiten nicht genutzt habe, ihren Autoschlüssel sorgfältig aufzubewahren und dem Zugriff Dritter zu entziehen. Mit diesem leichtfertigen Verhalten habe sie nicht beachtet, was unter den gegebenen Umständen jedem hätte einleuchten müssen.

Auch der Umstand, dass es bereits Abend und damit keine offizielle Besuchszeit mehr war, führt nach Überzeugung des Senats nicht zu einer anderen Einschätzung. Denn die Klägerin habe gewusst, dass die Eingangstür bis mindestens 21.00 Uhr geöffnet war und daher Bewohner oder Besucher noch freien Zugriff auf den Schlüssel in dem unverschlossenen Raum hatten. Zudem hätte sie einfache Möglichkeiten gehabt, mit wenig Aufwand eine sichere Verwahrung des Schlüssels zu gewährleisten

Quelle: n-tv.de

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