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BGH gibt Lufthansa Recht: Vielflieger dürfen Meilen nicht verkaufen

Manche Vielflieger sammeln mehr Meilen, als sie überhaupt verbrauchen können. Da liegt es nahe, überschüssige Prämienmeilen zu verkaufen. Doch wer sich dabei erwischen lässt, ist seinen exklusiven Status schnell los.

Meilen darf man nur verschenken, aber nicht verkaufen.
Meilen darf man nur verschenken, aber nicht verkaufen.

Vielflieger dürfen ihre Prämien aus dem "Miles & More"-Programm doch nicht an Dritte verkaufen. Die Teilnahmebedingungen der Lufthansa, die den Tausch, Verkauf oder die sonstige Weitergabe der Prämien verbieten, sind rechtens, hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az. X ZR 79/13). Die Vorinstanz war noch anderer Ansicht gewesen.

Damit scheiterte die Klage eines Lufthansa-Kunden endgültig. Der Mann war 2010 in den exklusiven HON Circle aufgenommen worden, den höchsten Vielfliegerstatus, den die Lufthansa zu bieten hat. Zugangsvoraussetzung: 600.000 Meilen in zwei Jahren in der Business- oder First-Class. 2011 nutzte der Kunde sein gut gefülltes Meilenkonto, um Flüge von Frankfurt nach Los Angeles und von New York nach Frankfurt zu buchen – allerdings nicht auf seinen eigenen Namen, sondern auf den eines Dritten. Die Lufthansa kündigte ihm daraufhin den Teilnahmevertrag fristlos und entzog ihm den Vielfliegerstatus. Der Vorwurf: Er habe die von ihm gebuchten Prämientickets weiterverkauft.

Daraufhin verlangte der Kläger nicht nur Schadensersatz und die Wiederherstellung seines HON-Status. Er wollte auch eine Änderung der Teilnahmebedingungen durchsetzen. Meilen und Prämiendokumente sollten seiner Meinung nach nicht verfallen und ohne Beschränkungen auf Dritte übertragbar sein. Das Kölner Oberlandesgericht gab dem Mann Recht, doch die Lufthansa ließ es auf eine höchstrichterliche Entscheidung ankommen und wurde jetzt vom BGH vestätigt.

Bei "Miles & More" handle es sich um ein Kundenbindungsprogramm und dafür gebe es keine gesetzlichen Vorgaben, stellte der BGH klar. Als Anbieterin könne die Lufthansa selbst über die Prämien bestimmen. Und so könne sie auch festlegen, dass Vielflieger ihre ungenutzten Meilen allenfalls an Verwandte oder andere nahestehende Personen verschenken dürfen. Der Kläger habe seine Prämienmeilen unzulässigerweise verkauft und deshalb habe ihm die Lufthansa zu Recht den Vielfliegerstatus entzogen.

Quelle: n-tv.de

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