Ratgeber

Hausverkauf ohne Gewähr: Vorbesitzer muss trotzdem haften

Ein Jahr lang wütet ein Marder unterm Dach und frisst sich durch die Isolierung. Die Hausbesitzer bessern nach und verkaufen die Immobilie ein paar Jahre später. Dabei verschweigen sie jedoch, dass am Dach möglicherweise noch größere Arbeiten zu verrichten sind.

Marder nagen und buddeln Tunnel in Dachisolierungen.
Marder nagen und buddeln Tunnel in Dachisolierungen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wer ein Haus verkauft und einen bestehenden Mangel nicht vollständig und korrekt beschreibt, muss Schadenersatz zahlen. Daran ändert auch ein Gewährleistungsausschluss nichts. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz in einem Fall entschieden, in dem es um Marderfraß im Dach ging.

Die Verkäufer hatten das Dach zwar teilsaniert, Schäden in anderen Bereichen aber verschwiegen. Im Kaufvertrag wurde die Gewährleistung ausgeschlossen, versteckte Mängel seien ihm nicht bekannt, sagten die Verkäufer. Einige Monate später stellte der Kläger fest, dass die Dämmung der Speicherdecke großflächig durch Marderfraß zerstört und mit Marderkot versetzt war. Für die Sanierung forderte er knapp 25.000 Euro Schadenersatz von den Verkäufern. Schließlich hätten diese den Mangel arglistig verschwiegen. Die Beklagten entgegneten, sie seien davon ausgegangen, dass sie bei der Teilerneuerung der Dachisolierung sämtliche marderbedingten Schäden beseitigt hätten.

Sanierungsbedarf war abzusehen

Ein Sachverständigengutachten widerlegte diese Version: Die vormaligen Hausbesitzer hätten bei der Teilsanierung davon ausgehen müssen, dass auch das restliche Dach befallen sei. Das sei aufgrund der Vorgeschichte und wegen des gravierenden Umfangs der Schäden naheliegend gewesen. Der Marder habe sich schließlich rund ein Jahr im Dachbereich aufgehalten und nach Wahrnehmung der Beklagten einen unvorstellbaren Lärm verursacht. Dies hätte den Schluss nahegelegt, dass der Marder die Dachdämmung nicht nur in Teilbereichen, sondern umfangreich zerstört hatte.

Nach Auffassung der Richter hätten die Verkäufer die Käufer spätestens bei Abschluss des Vertrages informieren müssen. Dann hätten diese den Schadensumfang prüfen können. Das Verschweigen sei arglistig gewesen, deshalb können sich die Beklagten auch nicht darauf berufen, dass sie die Gewährleistung im Kaufvertrag ausgeschlossen hatten.

Quelle: n-tv.de

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