Ratgeber

Da liegt der Hund begraben: Was passiert mit toten Haustieren?

von Isabell Noé

Wenn Tiere ihr nahes Ende spüren, ziehen sie sich an einen ruhigen Platz zurück und sterben. Haustieren ist so ein Tod selten vergönnt, die meisten sterben durch die Spritze des Tierarztes. Doch was passiert danach? Im Normalfall werden Mieze oder Rex zu Brennstoff und Tiermehl verarbeitet. Doch es gibt Alternativen.

Tiere werden oft als Familienmitglieder gesehen. Das zeigt sich auch in den Begräbnisstätten.
Tiere werden oft als Familienmitglieder gesehen. Das zeigt sich auch in den Begräbnisstätten.(Foto: picture alliance / dpa)

Weit über 23 Millionen Haustiere leben in Deutschland, davon mehr als 8 Millionen Katzen und fast 5,5 Millionen Hunde. Sie alle werden ihre Besitzer irgendwann traurig machen. Denn sie alle werden früher oder später sterben. 9 bis 16 Jahre dauert ein durchschnittliches Hundeleben, Hauskatzen bringen es auf 12 bis 16  Jahre. Geht die gemeinsame Zeit zu Ende, ist das für die meisten Menschen ein bedeutender Einschnitt. Zur Trauer kommen dann aber noch ganz praktische Probleme: Wohin mit dem toten Tier?

Wer einen eigenen Garten oder ein anderes Grundstück besitzt, darf seinen Vierbeiner normalerweise dort begraben. Bei Hamstern, Fischen oder Meerschweinchen ist das keine große Sache. Bei größeren Tieren muss man einen formlosen Antrag auf Hausbestattung beim zuständigen Veterinäramt stellen. Wenn das Tier nicht an einer meldepflichtigen Tierkrankheit gestorben ist, dürfte aber nichts dagegen sprechen, es vor Ort zu bestatten.  Außerdem darf das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen und das Grab muss ein bis zwei Meter von  öffentlichen Wegen entfernt sein. Das Tier sollte in leicht verrottendem Material eingewickelt werden, etwa eine Wolldecke, und mindestens einen halben Meter unter der Erde liegen.

Bloß nicht in die Biotonne

Nun hat nicht jeder einen Garten. Da liegt es nahe, das Tier einfach heimlich im nächstgelegenen Wald zu beststatten. Das ist allerdings eine Ordnungswidrigkeit und wer sich dabei erwischen lässt, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Nicht wenige werfen ihren toten Vierbeiner einfach in den Müll. Das ist streng verboten. Allenfalls Kleintiere wie Mäuse oder Wellensittiche dürfen in einer Plastiktüte in der Mülltonne entsorgt werden. Tote Katzen oder Hunde haben im Hausmüll nichts verloren, auch nicht in der Biotonne.

Erdbestattung oder Einäscherung ist oft eine Frage des Geldbeutels.
Erdbestattung oder Einäscherung ist oft eine Frage des Geldbeutels.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der günstigste legale Weg, ein totes Tier loszuwerden, ist die kommunale Tierkörperbeseitigung. Dort kann man es entweder selbst vorbeibringen oder es für rund 20 Euro abholen lassen. Danach wird es mit anderen Kadavern und tierischen Abfällen erst grob zerkleinert und dann bei 133 Grad sterilisiert und getrocknet. Aus der gewonnenen Masse wird das Fett herausgepresst und in der Industrie als Brennstoff eingesetzt. Der Rest wird zu Tiermehl verarbeitet. 20 bis 30 Euro kostet es, Hund oder Katze auf diese Weise zu entsorgen. Auch wer sein Tier nach dem Einschläfern gleich in der Praxis lässt, muss damit rechnen, dass es auf diese Weise endet.

Einäschern oder bestatten

Viele Menschen wünschen sich ein würdigeres Ende für ihr Haustier. Hier sind Tierfriedhöfe oder Krematorien eine Lösung. Wie auch bei menschlichen Bestattungen ist die Einäscherung der günstigere Weg. Eine Sammelkremierung kostet für eine Katze je nach Anbieter zwischen 100 und 200 Euro, ein Vergleich lohnt sich. Für einen Hund werden, je nach Größe, etwa 130 bis 230 Euro verlangt. Eine Einzelkremierung für das jeweilige Tier schlägt mit 180 bis 300 Euro zu Buche. Der Vorteil der Einzeleinäscherung: Man kann die Asche in einer Urne mit nach Hause nehmen.

Alternativ kann man den geliebten Vierbeiner auf einem Tierfriedhof betten. Während immer mehr Friedhofsflächen für Menschen leer stehen – der Trend geht seit Jahren zur sparsamen Urnenbestattung – werden Gräberanlagen für Tiere populärer. Gab es Ende der 90er Jahre gerade einmal 32, so sind es inzwischen rund 120. Der älteste Tierfriedhof der Welt ist übrigens in Paris zu bestaunen: Seit 1899 bestatten betuchte Pariser ihr Lieblinge auf dem Cimetière des chiens, wo unter anderem der berühmte Film-Hund Rin Tin Tin begraben liegt.

Deutsche Tierfriedhöfe versprechen weniger Glamour, aber die Gewissheit, dass das Haustier eine würdige Ruhestätte findet, entweder im Sammelgrab oder im individuellen Einzelgrab. Je nach Aufwand kann eine Bestattung richtig ins Geld gehen. 100 bis 300 Euro kostet die Beisetzung, hinzu kommen einige hundert Euro für die Grabmiete. Bei einem aufwendigen Grab mit eigenem Grabstein kommen so auch gut und gerne vierstellige Summen zustande.

Andenken für immer

Wer solche Kosten nicht scheut, hat aber noch andere Möglichkeiten, seinen Freund in Ehren zu halten. Ausstopfen beispielsweise. Die meisten Tierfreunde mögen den Gedanken daran abwegig finden, ihren toten Vierbeiner ganz lebensnah auf dem Regal stehen zu haben. Zumal dem Tier erstmal buchstäblich das Fell über die Ohren wird, wenn sich der Präparator an sein Werk macht. Der hat es üblicherweise auch eher mit Jagdbeute zu tun als mit Perserkatzen oder Yorkshire-Terriern. Dennoch gibt es diverse Fachleute in Deutschland, die sich der Haustierpräparation widmen. Rund 400 Euro kostet es, einen Dackel oder eine Katze ausstopfen zu lassen, bei großen Hunden ist es leicht doppelt so viel.

Auch der beste Präparator kann allerdings nicht verhindern, dass früher oder später das Fell des Tieres stumpfer wird und ausgeht. Wer eine Lösung für die Ewigkeit sucht, kommt  irgendwann zum Tierdiamanten. Natürliche Diamanten entstehen 200 Kilometer unter der Erdoberfläche aus dem Kohlenstoff der Vulkanasche. Das dauert Millionen von Jahren. Bei synthetischen Diamanten  wird dieser Prozess im Schnelldurchlauf nachgestellt, das Ergebnis liegt schon nach drei Monaten vor. Aus der Asche eines Haustiers lassen sich Diamanten in verschiedenen Farben mit bis zu einem Karat herstellen, das ganze kostet ab 4000 Euro aufwärts. Wer nicht ganz so viel ausgeben möchte, kann die Kohlenstoff-Überreste von Mieze oder Rex auch  zu einem weniger reinen Edelstein heranwachsen lassen. Mindestens 2000 Euro sollte man aber auch hierfür mitbringen. Für das Geld kann man schon ein halbes Hundeleben finanzieren.   

Quelle: n-tv.de

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