Ratgeber
Montag, 31. Januar 2011

Wohnen auf dem Hausboot : Wasserlagen sind begehrt

Hier kommt der Autor hin

Mehr Wasserlage geht nicht: Hausboote bieten naturnahes Wohnen und das auch mitten in der Stadt. Doch weil es an Richtlinien mangelt, tun sich die Behörden schwer mit den Genehmigungen.

Umziehen ist auf jeden Fall einfacher, wenn man sein Haus einfach mitnehmen kann.
Umziehen ist auf jeden Fall einfacher, wenn man sein Haus einfach mitnehmen kann.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Häuser soll man nicht auf Sand bauen. Wasser dagegen wird immer populärer: Seit einigen Jahren gibt es in deutschen Großstädten wie Hamburg oder Berlin und auch in ländlichen Gegenden wie in Brandenburg Bestrebungen, Liegeflächen für Hausboote und sogenannte Floating Homes einzurichten. Während es sich bei Hausbooten meist um umgebaute ausrangierte Schiffe handelt, sind Floating Homes komfortable Häuser, die auf einem schwimmbaren Untergrund gebaut werden.


Noch ist der Markt für Hausboote in Deutschland überschaubar. Vor einigen Jahren beschloss man in Hamburg 75 Liegeplätze für Hausboote freizugeben und nach und nach zu erschließen. Das Vorzeigeobjekt sind zehn schwimmende Häuser am Eilbekkanal. Auch in Bremen könnten Hausboote bald eine Alternative sein, sagt Andreas Jordan vom Verein ÖkoStadt Bremen. "Wohnboote sind in einer Stadt mit begrenzter Fläche wie Bremen eine gute Möglichkeit, exklusive Domizile zu schaffen." In der Lausitz zwischen Berlin und Dresden wurden in den vergangenen zehn Jahren riesige Brachflächen geflutet, die der stillgelegte DDR-Braunkohletagebau zurückgelassen hat. Im Moment gibt es dort vier Häuser auf dem Wasser. Eines davon ist eine Tauchschule, die anderen sind Ferienunterkünfte.

Zähe Erschließung

Für Bauten auf dem Wasser gilt in der Regel nicht das übliche Baurecht. Dennoch kommt trotz einiger Vorhaben in mehreren Bundesländern und großer Nachfrage die Erschließung der deutschen Gewässer für Wohnraum nur langsam voran. Denn wegen der fehlenden Richtlinien dauerten Genehmigungen durch die Behörden unter Umständen sehr lange.

Außerdem kann das Wassergrundstück, auf dem das Haus schwimmt, in der Regel nur gepachtet werden. Das kann zum Problem werden, wenn die Eigentümer plötzlich andere Interessen verfolgen. So erging es zuletzt zwölf Hausbootbesitzern vom Treptower Park in Berlin. Ihre Nutzungsvereinbarung wurde nicht verlängert, nun suchen sie neue Liegeplätze. Doch gerade einmal 25 Liegeplätze sind beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Berlin registriert. In der Stadt gibt es ungefähr doppelt so viele nichtregistrierte Hausboote.

Für die Landeswasserstraßen sind die örtlichen Behörden zuständig. Liegeplätze können beim WSA beantragt werden. Die Nutzung der Zufahrtswege und eventuelle Verpachtung hat der zukünftige Hausbootbewohner mit den Besitzern selbst zu klären. Auch der Anschluss an Strom- und Wasserversorgung sowie Müllabfuhr und Postzustellung müssen geregelt sein. An das Schifffahrtsamt zahlt der Bootseigner eine Pacht für das Wegerecht. In Berlin sind das im Moment außerstädtisch 1,02 Euro pro Quadratmeter Bootsfläche, in zentraler Lage 1,53 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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