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Verbraucher wechseln kaum: Weitere Versorger erhöhen Preise

Keine guten Nachrichten von der Stromkostenfront. Die Preise steigen weiter und nahezu alle Stromanbieter ziehen bei der Erhöhung mit. Ein vierköpfiger Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt dadurch im durchschnittlich 127 Euro mehr für Strom. Doch die Verbraucher sind wechselfaul.

Viel teurer geworden: Ein durchschnittlicher Haushalt muss nun jährlich 112 Euro mehr für Strom bezahlen.
Viel teurer geworden: Ein durchschnittlicher Haushalt muss nun jährlich 112 Euro mehr für Strom bezahlen.

Mehr als 70 weitere Stromversorger drehen dem Vergleichsportal Toptarif zufolge noch in den nächsten Monaten an der Preisschraube. Nachdem zum Jahreswechsel bereits mehr als 740 Anbieter ihre Preise im Schnitt um zwölf Prozent erhöht hatten, ziehen im Februar und im März 74 Versorger von rund acht Millionen Haushalten nach, wie Toptarif in Berlin am Dienstag mitteilte.

Auch bei ihnen steigen die Preise im Schnitt um zwölf Prozent. Ein vierköpfiger Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahle damit durchschnittlich 127 Euro mehr für Strom.

"Wir erwarten, dass spätestens im Frühjahr nahezu alle Stromanbieter Preisänderungen vorgenommen haben werden", erklärte Toptarif-Energieexperte Daniel Dodt. Nachdem zum Jahreswechsel unter anderem Eon, Vattenfall und EWE ihre Preise angehoben hätten, folgten im Februar EnBW und im März RWE. Auch für April seien bereits erste Erhöhungen bekannt.

Ursache für die Preissteigerungen seien die gestiegenen staatlichen Abgaben und Umlagen im Zuge der Energiewende, erklärte Dodt. Zum Jahreswechsel war unter anderem die Umlage für die Förderung von Ökostrom drastisch angestiegen. "Mittlerweile dürften mehr als 50 Prozent des Endkundenpreises auf Steuern, Pflichtabgaben und -umlagen entfallen, die von den Versorgern an die Verbraucher weitergereicht werden", hob der Experte hervor.

Trotz der momentanen Welle von  Preiserhöhungen zögert der Großteil der Verbraucher mit einem  Wechsel seines Stromanbieters. Nur jeder vierte Stromkunde plane in  diesem Jahr, bei seinem Versorger zu kündigen, ergab eine am  Dienstag veröffentlichte Umfrage im Auftrag der  Unternehmensberatung Putz und Partner in Hamburg. Größter  Hinderungsgrund für einen Wechsel ist demnach die Furcht vor  unseriösen Anbietern: Jeder zweite Verbraucher fürchte sich davor.

 2011 hatte der Stromanbieter Teldafax mit seiner Insolvenz für  Schlagzeilen gesorgt. Viele Kunden hatten für ihren Strom  Vorauszahlungen an das Unternehmen geleistet, für die sie nach der  Pleite keine Gegenleistung mehr erhielten. Teldafax hatte sich  einen Namen als Billiganbieter von Strom und Gas gemacht. Das  Geschäftsmodell sah vor, dass Kunden dank spezieller Angebote  günstig Energie bezogen, dafür aber Vorauszahlungen leisten  mussten. Eine halbe Million Gläubiger meldete im Zuge der Insolvenz  Forderungen an.

 Der Anteil der Verbraucher, der sich vor unseriösen Anbietern  fürchte, habe sich innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt,  teilte Putz und Partner mit. 2011 habe sich der Anteil noch auf 27  Prozent belaufen. Ein weiterer Hinderungsgrund für einen  Anbieterwechsel sei der Aufwand. Jedem Fünften sei es zu  anstrengend, den Vertrag zu kündigen. Putz und Partner befragte für  die Untersuchung 1000 Verbraucher.

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Quelle: n-tv.de

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