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Zu billig kann Ärger bringen : Welchen Gasanbieter nehmen?

Seit rund fünf Jahren können Privatverbraucher ihren Gasanbieter wechseln. Sie tun das noch ziemlich zögerlich. Dabei ist das Sparpotenzial enorm. Beim Grundversorger zahlt man oft mehrere hundert Euro mehr als bei der günstigeren Konkurrenz.

Seit 2006 können auch Privatkunden ihren Gasanbieter frei wählen.
Seit 2006 können auch Privatkunden ihren Gasanbieter frei wählen.(Foto: picture alliance / dpa)

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, fixe Kosten zu senken. Manche tun etwas weh: Abos kündigen, die Tocher vom Ballettunterricht abmelden oder die Putzfrau entlassen sind Schritte, die das Leben nicht unbedingt angenehmer machen. Doch man kann auch sparen, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen: mit dem Wechsel des Gasanbieters zum Beispiel.

Mehrere hundert Euro im Jahr können Haushalte sparen, wenn sie ihrem Grundversorger den Rücken kehren. Zu diesem Fazit kommt das Deutsche Instituts für Service-Qualität (DISQ), das für n-tv 35 Gasanbieter in den sechs größten deutschen Städten verglichen hat. Neben den Tarifen prüften die Marktforscher auch die Vertragsbedingungen und den Kundenservice.

Zu viele Neukunden

Denn was nützt ein günstiger Anbieter, wenn er nur Ärger macht? Wer Fragen schnell am Telefon klären will, aber in endlosen Warteschleifen hängt, E-Mails ins Nirwana schickt oder aber in Verträgen mit unflexiblen Klauseln gefangen ist, wird einsehen, dass der Preis zwar wichtig, aber nicht allein entscheidend ist.

Unzufriedene Kunden gibt es viele. "Oft liegt es daran, dass Unternehmen mit billigen Tarifen von Neukunden überrannt werden und auf den Ansturm nicht vorbereitet sind", weiß DISQ-Chefin Bianca Möller. "Beim Service trennt sich die Spreu vom Weizen, wie unser Test gezeigt hat. Nur ein Viertel der untersuchten Unternehmen konnte mit 'gut' bewertet werden."

Die Testsieger

Gesamtvergleich der überregionalen Anbieter.
Gesamtvergleich der überregionalen Anbieter.

Den besten Service im Test lieferte Montana Gas gefolgt vom Biogas-Anbieter LichtBlick und von Relaxgas. Bei den Preisen hatten Maingau Energie und 123 energie die Nase vorn – je nach Stadt lag der eine oder andere Anbieter auf dem ersten Platz. Das genaue Ranking ist den Tabellen zu entnehmen. In Berlin konnte eine Familie mit einem Verbrauch von 27.000 kWh im Jahr beim Wechsel vom billigsten Tarif des Grundversorgers zu Maingau Energie über 450 Euro sparen. Lebte die gleiche Familie in Köln,  würde sie durch einen Wechsel vom Regionalversorger zu 123 energie fast 460 Euro im Jahr weniger bezahlen.

Bei der Gegenüberstellung aller überregional aktiven Anbieter sicherte sich 123 energie den Testsieg "Günstigste Tarife" und Maingau Energie den Titel "Beste Konditionen". Dabei wurden neben den Preisen auch die Vertragsbedingungen berücksichtigt. Gesamttestsieger und damit "Bester Gasanbieter überregional" wurde ebenfalls Maingau Energie mit dem besten Verhältnis von Konditionen und Service. Vor allem am Telefon überzeugten die Mitarbeiter mit einer kompetenten Beratung. Internetauftritt und E-Mail-Bearbeitung waren befriedigend. Zum "Besten Biogasanbieter überregional" wurde Sauber Energie gekürt. Ausschlaggebend für den Testsieg waren vor allem die günstigen Biogastarife. Für den Service erhielt der Anbieter die Note "befriedigend".

Noch Potenzial nach oben

Regionalsieger bei konventionellen Tarifen.
Regionalsieger bei konventionellen Tarifen.

Am Service können die meisten Anbieter noch arbeiten, so das Fazit der Marktforscher.  Ein Viertel aller E-Mail-Anfragen wurde gar nicht beantwortet, viele Antworten waren unvollständig oder nicht verständlich. Am Telefon mussten Anrufer lange auf einen Ansprechpartner warten und in Sachen Kompetenz und Freundlichkeit gibt es in den Callcentern offenbar noch Nachholbedarf.

Regionalsieger bei Biogastarifen.
Regionalsieger bei Biogastarifen.

Auch bei den Konditionen könnten viele Anbieter noch etwas kundenfreundlicher werden: Günstige Tarife hatten oft Vertragslaufzeiten von zwölf Monaten oder mehr. Wer vergisst, rechtzeitig zu kündigen, muss meist weitere sechs Monate beim Unternehmen bleiben. Will man sicher gehen, dass der neue Anbieter nicht nach dem Abschluss teurer wird, sollte man auf eine Preisgarantie achten. Dieses Versprechen war allerdings nur bei jedem zweiten Tarif gegeben.     

Gasanbieter im Vergleich

Video

Quelle: n-tv.de

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