Ratgeber

Fahrstuhl-Check: Wenn der Notruf-Knopf versagt

Kurz vorm Absturz waren nur ganz wenige Aufzüge, die von den Technikern der zugelassenen Überwachungsstellen im letzten Jahr geprüft wurden. Das ist beruhigend. Allerdings funktionierte nicht einmal die Hälfte aller Anlagen einwandfrei. Besonders häufig sind Probleme mit der Notruf-Weiterleitung.

Dass man auf diese Weise aussteigen muss, kommt nur ganz selten vor.
Dass man auf diese Weise aussteigen muss, kommt nur ganz selten vor.

Die Angst, im Fahrstuhl steckenzubleiben, ist nicht ganz unbegründet: Mindestens jeder zweite Aufzug in Deutschland hat Mängel. Das ist das Ergebnis des Anlagensicherheits-Reports vom "Verband der TÜV" (VdTÜV). Experten haben dafür im vergangenen Jahr 469.421 Anlagen geprüft. Völlig fehlerfrei funktionierten nur 48,7 Prozent. Vor der Prüfung waren es noch weniger, denn viele Mängel wurden gleich vor Ort behoben. Die Fachleute untersuchten unter anderem Fangvorrichtungen, Geschwindigkeitsbegrenzer, Türen und Tragfähigkeit der Aufzüge.

Richtig alarmierend sind die festgestellten Fehler selten. 0,24 Prozent der Aufzüge wiesen "gefährliche Mängel" auf, fast elf Prozent immerhin "sicherheitserhebliche Mängel". Doch auch kleinere Schäden können für die Betroffenen unangenehm sein. "Besonders häufig ist die Notruf-Weiterleitung defekt", sagt Dieter Roas vom VdTÜV. Bleibt der Lift hängen, komme daher oft erst spät Hilfe - für viele Menschen ein Alptraumgedanke. Sie müssen sich dann auf das Handy verlassen. Doch oft ist in Aufzügen das Mobilfunknetz gestört. Dann helfen nur noch Klopfzeichen und Rufen, in der Hoffnung, gehört zu werden.

Trost für Phobiker

Normalerweise werden Notrufe an eine ständig besetzte Zentralstelle oder an das Gebäudemanagement weitergeleitet. Innerhalb von 30 Minuten müsse dann Hilfe vor Ort sein, so der VdTÜV. Grund zur Panik besteht nicht: Der Aufzugschacht sorgt für ausreichende Luftzufuhr. Und ein Absturz ist extrem unwahrscheinlich. "Ein Aufzug, der steht, ist der sicherste Aufzug", beruhigt Roas.

Anlagen, die als besonders gefährlich eingestuft wurden, sind sofort stillgelegt worden. Völlige Sicherheit gibt das aber auch nicht: Der VdTÜV schätzt, dass er eine hohe Dunkelziffer an defekten Aufzügen gibt. Denn etwa 200.000 bis 250.000 Aufzugsanlagen würden gar nicht von einer zugelassenen Überwachungsstelle überprüft.

Quelle: n-tv.de

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