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Hausrat- und Wohngebäudeversicherung: Wer bietet viel fürs Geld?

Um die Wohngebäudeversicherung kommen Hausbesitzer nicht herum. Auch eine Hausratversicherung ist zumindest sinnvoll. Wer Jahr für Jahr dreistellige Beträge in die Prämien investiert, der möchte im Ernstfall aber auch ordentlich geschützt sein. n-tv suchte die Tarife mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis - und hat sie gefunden.

Eine Wohngebäudeversicherung brauchen nur Immobilienbesitzer. Die Hausratpolice hilft auch Mietern.
Eine Wohngebäudeversicherung brauchen nur Immobilienbesitzer. Die Hausratpolice hilft auch Mietern.(Foto: Thorben Wengert, pixelio.de)

Vor Wohnungsbränden oder Wasserrohrbrüchen bleiben die meisten Menschen zum Glück verschont. Und auch das Einbruchsrisiko ist in den meisten Gegenden nicht bedrohlich hoch. Doch alle Wahrscheinlichkeitsanalysen nützen wenig, wenn der Schaden dann doch eintritt. Dann hilft nur noch eine gute Hausratpolice. Sie gehört zwar nicht zu den absoluten "Must-haves" unter den Versicherungen, die meisten Haushalte möchten dennoch nicht auf sie verzichten und investieren Jahr für Jahr weit über 2,6 Milliarden Euro in den Schutz.  Fast doppelt so viel fließt an Prämien in die Wohngebäudeversicherung. Sie ist unentbehrlich für alle, die ein Haus besitzen, weil die Schäden, die sie abdeckt, extrem teuer werden können.

Teuer können aber auch die Beiträge sein, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Servicequalität offenbart. Die Marktforscher haben für n-tv die Konditionen von insgesamt 87 Policen aus dem Bereich der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung unter die Lupe genommen und die Prämien für ein Beispielhaus (zwei Etagen, 140 Quadratmeter) verglichen. Weil die Prämien je nach Standort variieren, wurden vier Beispielstädte in unterschiedlichen Tarifregionen untersucht.

Insbesondere bei der Hausratversicherung ergeben sich hier große Differenzen: So zahlten die Einwohner von Erding mit durchschnittlich 136,05 Euro im Jahr nur halb so viel wie die Hamburger. "Das Gefahrenrisiko in einer Großstadt wird vom Versicherer höher eingestuft als auf dem Land, was sich dann auch in der Höhe der Prämie widerspiegelt" erklärt DISQ-Chef Markus Hamer. Doch auch innerhalb der Standorte nehmen Versicherer für die gleichen Leistungen sehr unterschiedliche Prämien:  In Leipzig etwa konnten Kunden bei der Wahl des günstigsten Tarifes bis zu 78 Prozent sparen und zahlten dann nur 90,47 Euro im Jahr.

Entscheidende Extras

Jede Hausratversicherung bietet einen gewissen Grundschutz, der die wichtigsten Gefahren abdeckt.  Darüber hinaus sollte man aber auch auf die Extras achten: So zahlen knapp 60 Prozent der Tarife auch, wenn Hausrat aus dem Auto entwendet wird, zumindest in Deutschland. Über 70 Prozent übernimmt die erhöhten Rückreisekosten, wenn ein Urlaub wegen eines Schadens in den eigenen vier Wänden abgebrochen werden muss. Ist das Haus unbewohnbar geworden, zahlen zwar alle Versicherer für ein Ausweichquartier, einige setzen allerdings enge Grenzen für Dauer und Preise. Wer Fahrräder mitversichern möchte, muss das meist extra angeben und zahlt dafür in der Regel deutlich mehr.

Positiv fiel auf, dass in vielen Tarifen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit in bestimmten Fällen verzichtet wurde. Das ist hilfreich, etwa wenn ein Dieb durch ein gekipptes Fenster in die Wohnung kommt. Nur wenige Anbieter übernehmen auch Schäden durch Phishing beim Online-Banking.

Aufräumen zahlen alle

Auch in der Wohngebäudeversicherung liegen die Unterschiede im Detail: "Aufräumkosten, etwa nach einem Sturmschaden, werden immer übernommen", weiß Hamer. Um die Wiederbepflanzung des Gartens  müsse man sich meist aber selber kümmern: "Sie ist nur in 30 Prozent der Tarife eingeschlossen." Wer einen Öltank hat, sollte unbedingt darauf achten, dass die Versicherung auch für Dekontamination von Erdreich zahlt. Bei den meisten Tarifen im Test war das der Fall.

Bei der Wohngebäudeversicherung schwankten die Prämien zwischen den Standorten nicht ganz so stark, hier ist oft auch die Bauart und genaue Lage des Hauses entscheidend. Allerdings gab es auch hier beachtliche Preisunterschiede innerhalb der einzelnen Städte. In Minden war die Spanne am größten: Je nach Anbieter würden Hausbesitzer hier Jahresbeiträge zwischen 178,40 bis 645,83 Euro zahlen.

Die Testsieger

In die Gesamtwertung gingen die Prämien mit jeweils 40 Prozent ein, ansonsten war das Leistungsspektrum der Versicherung ausschlaggebend. Bei der Wohngebäudeversicherung machte die Huk-Coburg das Rennen, die einen umfangreichen Leistungskatalog mit günstigen Preisen kombiniert. Rang zwei und drei belegt die Devk ihrem Komfort-Tarif und dem Premium-Tarif. Letzterer ist etwas teurer, bietet aber noch besseren Schutz. 

Auch bei den Hausratversicherungen landet die HUK-Coburg auf dem Spitzenplatz mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Der Classic-Tarif überzeugte mit umfangreichen allgemeinen und speziellen Leistungen. Dicht dahinter liegen die Bruderhilfe mit dem Tarif Classic und WGV mit dem Optimal-Tarif. Die kompletten Listen mit allen Tarifen in Hausrat- und Wohngebäudeversicherung lassen sich online abrufen.

Eine Versicherung mit Top-Leistung zum Billig-Tarif gibt es nicht, so das Fazit der Tester. Allerdings sind teurere Tarife nicht auch zwangsläufig besser ausgestattet. Wer genau hinsieht, kann auf jeden Fall ordentlich Kosten sparen.

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Quelle: n-tv.de

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