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Benzin statt Diesel in fremdem Auto: Wer zahlt bei falschem Tanken?

Ein Fehlgriff an der Zapfsäule kann teuer werden. Wer das eigene Fahrzeug falsch betankt, bleibt auf jeden Fall auf dem Schaden sitzen. Doch auch bei Dienstwagen, Mietfahrzeugen oder ausgeliehenen Privatautos muss die Haftpflichtversicherung nicht zahlen.

Benzin ist leichter als Diesel. Die Treibstoffe mischen sich also nicht im Tank.
Benzin ist leichter als Diesel. Die Treibstoffe mischen sich also nicht im Tank.(Foto: picture alliance / dpa)

Wer ein fremdes Fahrzeug falsch betankt, muss den Schaden selbst bezahlen und kann dafür kein Geld von der privaten Haftpflichtversicherung verlangen. Das geht aus einem Urteil des Kammergerichts Berlin hervor. Der Schaden sei durch den Gebrauch des Kraftfahrzeugs entstanden und somit von der Privathaftpflicht ausgeschlossen.

In dem Fall hatte die Ehefrau des Klägers einen Audi A6, der einem Dritten gehörte, mit Benzin statt mit Diesel betankt. Bevor sie ihren Fehler bemerkte, fuhr sie noch eine "gewisse Distanz". Zwar stoppte sie früh genug, um einen Motorschaden zu verhindern. Doch weil sie das Fahrzeug schon bewegt hatte, reichte es nicht aus, nur den Tank zu leeren. Um den Motor zu retten, mussten noch weitere Teile gereinigt werden. Die Kosten dafür wollte der Ehemann von der gemeinsamen Privathaftpflichtversicherung ersetzt haben.

Mehr als "allgemeines Lebensrisiko"

In erster Instanz bekam er mit seiner Klage gegen die Versicherung noch recht. Schließlich habe sich beim Falschtanken nur ein allgemeines Lebensrisiko verwirklicht, fand das Berliner Landgericht. Nicht der Fahrzeuggebrauch als solcher hätte zum Schaden geführt, sondern die Unaufmerksamkeit an der Zapfsäule. Das Benzin habe allein durch das Befüllen des Tanks den Motor beschädigt. Dieser Schaden sei auch ohne Nutzung des Fahrzeugs eingetreten.

Das Kammergericht sah die Sache allerdings anders: Beim Tanken würden "Funktionselemente eines Fahrzeugs" falsch bedient. Insofern handele es sich sehr wohl um einen Gebrauchsschaden. Zudem sei der Schaden auch gar nicht durch das Befüllen an sich entstanden, argumentierten die Richter: "Wird der Motor nicht mehr gestartet, gelangt der falsche Treibstoff nicht zum Motor und kann noch Jahre im Tank verbleiben." Weil die Frau das Auto aber danach noch bewegt hatte, wurde die aufwendige Reinigungsaktion fällig. Deshalb konnte sich die Versicherung sehr wohl auf die Kraftfahrzeugsklausel in den Versicherungsbedingungen berufen.

Private Haftpflichtpolicen im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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