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Betriebliche Altersvorsorge vs. Riester: Wo gibt es mehr Rente?

Die gesetzliche Rente wird im Alter kaum ausreichen - Eigeninitiative ist gefragt. Erste Wahl, um die Gesamtversorgung zu erhöhen, sollten vor allem Produkte sein, die vom Staat gefördert werden. Finanztest hat Riester-Rente und Betriebsrente miteinander verglichen. Das Ergebnis überrascht.

20 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer setzten auf Betriebs- und Riester-Rente.
20 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer setzten auf Betriebs- und Riester-Rente.(Foto: dpa)

Die Betriebsrente ist beliebt. Mehr als 50 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer haben im Alter Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung. Dabei vermittelt der Arbeitgeber einen Versicherungsvertrag. Der Beitrag dafür wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Der Vorteil sind niedrigere Steuern. Rund 33 Prozent der deutschen Arbeitnehmer zahlen hingegen Beiträge für eine Riester-Rente. Die Riester-Förderung besteht aus Zulagen und Steuervorteilen.  

Doch was kommt im Alter dabei raus? Finanztest hat die Förderungen verglichen und errechnet, wie groß das Plus zur gesetzlichen Rente durch die zusätzliche Altersvorsorge jeweils ist.

Bei der Riester-Rente müssen Sparer 4 Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens in den Vertrag einzahlen, um die volle Grundzulage von 154 Euro zu erhalten. Für jedes Kind gibt es noch einmal 185 Euro Kinderzulage dazu. Für ab 2008 geborene Kinder sind es 300 Euro.

Bei der betrieblichen Altersversorgung gibt es hingegen keine Zulagen. Sparer müssen aber auf ihre Beiträge keine Steuern und Sozialabgaben zahlen (Entgeltumwandlung). Für dieses Jahr können so Beiträge in Höhe von 2784 Euro verdienstunabhängig in einen Betriebsrentenvertrag eingezahlt werden.

Förderquote von bis zu 47 Prozent

Finanztest ist bei dem Vergleich der beiden Sparformen von einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro ausgegangen, Kinder wurden nicht berücksichtigt.  Bei der Riester-Rente müssen so 1200 Euro in den Vertrag fließen, um die volle Förderung zu erhalten. Hinzu kommt noch eine Steuerersparnis von 203 Euro, da für den Teil der Einkünfte, die der Sparer selbst in seinen Vertrag investiert, keine Steuern gezahlt werden müssen. Tatsächlich müssen auf diese Weise nur 843 Euro selbst aufgewendet werden. Das entspricht einer Förderquote von 30 Prozent.  

Bei der betrieblichen Altersvorsorge hat Finanztest auch einen eigenen Vorsorgeaufwand von 843 Euro angesetzt. Hier gibt es keine Zulagen. Allerdings sind die Beiträge von Steuern und Sozialabgaben befreit. Diese Steuerersparnis eingerechnet, fließen so 1576 Euro in die Altersvorsorge. Die Förderquote liegt hier bei 47 Prozent. 

Tatsächlich wirkt sich die stärkere Förderung der Betriebsrente auf die Gesamtversorgung im Alter aber nicht aus. Mit der garantierten Verzinsung erhöht die Riester-Rente die Gesamtversorgung im Alter (Riester- und gesetzliche Rente) beim gewählten Beispiel um 20 Prozent. Bei der betrieblichen Altersvorsorge beträgt das Plus 19 Prozent. 

Überschüsse nicht berücksichtigt

Die höhere Förderung der Betriebsrente hat sich also nicht ausgezahlt. Dies hat zwei Gründe. Zum einem werden für den Lohnanteil, der in die betriebliche Altersvorsorge fließt, keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt, was zu einer niedrigen gesetzlichen Rente führt. Zum anderen werden im Alter die vollen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von der Betriebsrente abgezogen.

Allerdings kehrt sich das Bild um, rechnet man bei beiden Anlageformen mit den nicht garantierten Überschüssen.  Nun erhöht sich die Gesamtvorsorge bei der Betriebsrente um 35 Prozent, bei der Riester-Rente sind es nur 32 Prozent.  Hier macht der Zinseszinseffekt bei einem höheren Beitrag die oben genannten Nachteile der Betriebsrente mehr als wett. Spendiert der Arbeitgeber seine gesparten Sozialversicherungsbeiträge dem Arbeitnehmer, indem dieser Betrag auch in den Vertrag fließt, rechnet sich die Betriebsrente auch ohne Überschüsse. Die Gesamtversorgung erhöht sich so um 23 Prozent.

Die Betriebsrente lohnt also vor allem dann, wenn der Arbeitnehmer den vollen Betrag zur Betriebsrente per Entgeltumwandlung nicht alleine zahlen muss. Laut Bundesarbeitsministerium können sich hierüber immerhin 73 Prozent der Betriebsrentenanwärter freuen. Im Übrigen sorgt jeder fünfte sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer sowohl mit Betriebs- als auch mit Riester-Rente vor.

Quelle: n-tv.de

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