Fußball

"Es fühlt sich gut an"Klubchef verprügelt Ex-Nationaltrainer

22.09.2017, 10:52 Uhr
imago19697127h
"Ich drehte mich um und hatte schon den ersten Schlag mitten im Gesicht": Rolf Fringer. (Foto: imago/Geisser)

Willkommen in der Schweiz: Der Klubchef des FC Sion fühlt sich vom TV-Experten Rolf Fringer zu Unrecht kritisiert. Daher schlägt Christian Constantin vor laufender Kamera auf den ehemaligen Nati-Coach ein - und will ihn jetzt auch noch wegen Verleumdung verklagen.

Ein erboster und offenbar außer Kontrolle geratener Fußballfunktionär hat in der Schweiz am Spielfeldrand einen kritischen Fernseh-Experten geohrfeigt, angerempelt und mit Tritten attackiert. Opfer war der 60 Jahre alte, ehemalige Schweizer Nationaltrainer Rolf Fringer, der auch beim VfB Stuttgart in der Bundesliga gearbeitet hat. Fringer ging zu Boden, weil der Präsident des FC Sion, Christian Constantin, nach dem 2:1 seines Teams im Erstligaspiel beim FC Lugano am Donnerstagabend zugeschlagen hatte.

c0060302c82dc5f3dfce6300c2b4299b
"Wie? Ich habe ihn gepackt und ihm in den Arsch getreten": Christian Constantin. (Foto: imago/Geisser)

"Ich drehte mich um und hatte schon den ersten Schlag mitten im Gesicht", sagte Fringer der Zeitung "Blick": "Es folgten einige weitere Schläge. Ich drehte mich ab und wollte flüchten, bin dabei aber über die Kamera gestolpert." Kameras fingen die Entgleisung teilweise ein. Die Swiss Football League verurteilte das Verhalten "aufs Schärfste" und kündigte an, den Vorfall zu untersuchen. Fringer, der das Spiel für den Schweizer Bezahlsender Teleclub kommentiert hatte, blieb unverletzt - und zeigte sich entsetzt: "Natürlich kritisiert man. Aber dies zeigt, dass solche Leute nur austeilen und nicht einstecken können", sagte er. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich persönlich gehe davon aus, dass ich Strafanzeige wegen Körperverletzung einreichen werde." Er müsse aber erst einmal den Schock verdauen.

Constantin, einer der reichsten Geschäftsmänner der Schweiz, zeigte keine Reue. Vielmehr habe er zusätzlich gegen Fringer eine Klage wegen Verleumdung und Verunglimpfung eingereicht, sagte er der Schweizerischen Depeschenagentur: "Ich fühle mich von den Aussagen Fringers auf Teleclub seit Monaten in den Dreck gezogen. Ich habe ihn schon gewarnt, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen und reagieren werde, wenn er mich weiter verleumdet." Es sei doch so, zitiert "Blick" Constantin: "Ich habe das mit ihm geregelt. Wie? Ich habe ihn gepackt und ihm in den Arsch getreten! Es fühlt sich gut an! Das ist nicht die feine Art, aber wenn man angegriffen wird, wehrt man sich halt."

Quelle: sgi/sid/dpa

Fußball