Sport
Video

"Arrogante Millionäre" oder "Genies"? : Messis "Jahrhundert-Elfer" spaltet Spanien

Der Ball liegt zum Elfmeter bereit. Lionel Messi läuft an, schießt aber nicht, sondern legt für Luis Suarez auf. Ein "Geniestreich" oder respektlos? Der Strafstoß-Trick erhitzt die Gemüter und erinnert an eine noch "dreistere" Version der Barça-Legende Johan Cruyff.

Für die einen war es der "Elfmeter des Jahrhunderts", für die anderen eine schlichte Respektlosigkeit: Der kuriose Strafstoß-Trick von Lionel Messi und Luis Suarez erhitzte in Spanien auch am Tag nach der großen Show des FC Barcelona die Gemüter. Einig waren sich Gegner wie Befürworter nur in einem: Messi und Suarez haben einen unvergesslichen Moment geschaffen, wieder einmal.

"Aus einem normalen Sonntag wurde plötzlich ein denkwürdiger. Später wird man einmal sagen: Ich war dabei", schrieb die Tageszeitung "Marca", sonst eher auf Seiten des Erzrivalen Real Madrid positioniert. Der Radio-Ableger des Blattes befand dagegen recht deutlich, dass der Trick "respektlos" gegenüber Gegner Celta Vigo gewesen sei.

Tor für die Ewigkeit?

Ähnlich gespalten waren die Leser-Meinungen - von "Was für Genies!" bis "Arrogante Millionäre" war alles zu finden. Auslöser war ein genialer, nicht einmal neuer Trick: Weltfußballer Messi hatte beim 6:1 gegen Vigo den vierten Treffer aufgelegt, indem er den Elfmeter als Querpass spielte. Suarez musste nur noch einschieben.

Die Tageszeitung "AS" schrieb prompt vom "Elfmeter des Jahrhunderts" und einem "Wunder, das in die Geschichte eingehen wird". Das Tor sei mitnichten respektlos gewesen, sondern vielmehr Kunst: "Messi dirigiert in der Regel ein Orchester - manchmal aber auch eine verrückte Jazz-Band, in der Platz für geniale Improvisation ist."

Hommage an Johan Cruyff

Brasiliens Superstar Neymar verriet sogar, die Vorlage sei eigentlich für ihn gedacht gewesen. "Wir haben das im Training geübt, aber Luis war einfach schneller", sagte Neymar bei Barca TV: "Aber das ist egal. Er hat getroffen, also hat alles geklappt." Das Tor weckte gerade in Spanien auch Erinnerungen an einen Trick von Barca-Legende Johan Cruyff und Jesper Olsen. Das Duo hatte 1982 im Ajax-Trikot gegen Helmond Sport bei einem Strafstoß sogar einen Doppelpass gespielt. "Wir alle können uns noch gut an Cruyffs Tor erinnern", sagte Barças Luis Enrique.

Der Trainer verteidigte Messi und Suarez dann auch vehement: "Einige werden es mögen, andere nicht. Aber wir versuchen, den Zuschauern spektakulären Fußball zu bieten. Und wenn es gegen uns passiert wäre, wäre es eben ein Tor gewesen, wir wären zum Mittelkreis gegangen und hätten weitergespielt." Sogar Vigos Trainer Eduardo Berizzo erklärte, er habe "keinen mangelnden Respekt" gesehen.

Und so überwog am Ende doch die Begeisterung über einen außergewöhnlichen Moment. Die "Marca" sammelte gar neun Gründe, den Elfmeter zu verteidigen. Von "Es war absolut regelkonform" bis "Wenn Fußball zur Routine wird, wird er langweilig" war alles dabei. Und natürlich erinnerte die Zeitung auch an Robert Pires und Thierry Henry. Das Duo hatte 1995 im Arsenal-Trikot die gleiche Idee wie Messi und Suarez, blamierte sich aber bei der Ausführung bis auf die Knochen. Im Internet ist das Video längst ein Klassiker. "Der Trick benötigt eben auch fußballerische Klasse", schrieb "Marca": "Am Ende war es vor allem eines: Ein absolut genialer Moment."

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen