Technik

Ortsbasierte Informationsdienste: Killer-Patent für Apple?

Der weltweite Patentkrieg in der Mobilfunk-Branche könnte ein neues Schlachtfeld finden: Apple patentiert sich in den USA eine Technik, mit der ortsbasierte Informationen abgerufen werden. Solche Dienste bietet auch Apples großer Gegenspieler Google an, ein weiterer Konflikt scheint programmiert zu sein.

Nachdem Samsung jetzt das deutsche Verkaufsverbot für das Galaxy Tab 10.1 durch eine Design-Veränderung möglicherweise erfolgreich umgehen kann, gibt es im weltweiten Patentkrieg zwischen Apple und Google derzeit eigentlich keine Partei, die eindeutig auf der Siegerstrecke wäre. Bisher gibt es zwar leichte Vorteile für Apple. Allerdings drohen iPhone und iPad nach einer Motorola-Klage in Deutschland die Verbannung aus den Regalen.

Die Zeichnung von Patent RE42,927 sieht harmlos aus, beschreibt aber eine grundlegende Technik für ortsbasierte Informationen.
Die Zeichnung von Patent RE42,927 sieht harmlos aus, beschreibt aber eine grundlegende Technik für ortsbasierte Informationen.(Foto: Patently Apple)

Jetzt aber könnte das Gleichgewicht des Schreckens durch ein "Massenvernichtungs-Patent" endgültig zu Gunsten Apples kippen. Denn wie bei "Apple Patently" zu sehen, hat sich das kalifornische Unternehmen in den USA ein erstmals im Jahr 2000 ausgestelltes Patent für ortsbasierte Informationsdienste geschnappt und neu erteilen lassen. Eingereicht wurde es bereits 1998 durch die Firma Xerox.

Grundlegendes Patent

Das klingt offenbar nicht nur wie ein Dienst, den jedes Smartphone benötigt. Es ist laut Eric Sherman von "CBS Money Watch" auch tatsächlich ein "Killer-Patent". Im Prinzip beschreibt es die grundsätzliche Technik, bei der ein Empfänger-Gerät (Notebook, Smartphone) über GPS, Barcodes oder ein anderes System seine Position bestimmt. Es sendet die Position über ein Netzwerk (Internet) an einen Empfänger, von dem es dann entsprechend dem Aufenthaltsort spezifische Informationen empfängt. Dabei kann es sich um Text, Musik, Sprache, Bilder, Videos oder andere Inhalte handeln.

Für Sherman ist dieses Patent so grundlegend, dass es fast unmöglich sei, es zu umgehen. "Das wirft die Frage auf, was Apple damit tun möchte", schreibt er. "Und wer das Ziel ist." Nun, Google ist sicher nicht das einzige Unternehmen, das ortsbasierte Informationen für seine Dienste verwendet. Foursquare, Facebook (Orte), Gowalla und andere sind ebenfalls potenzielle Ziele. Aber es liegt auf der Hand, dass Erzfeind Google mit seinen zahlreichen Lokalisierungsdiensten auf Apples Abschussliste ganz oben steht.

Möglicherweise ist es aber auch Googles Glück, dass das Patent so grundlegend und "standard-essenziell" ist. Denn wenn es sich um ein sogenanntes FRAND-Patent (Fair, reasonable, and non-discriminatory terms) handelt, müsste Apple es Google gegen eine angemessene Bezahlung lizenzieren.

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Quelle: n-tv.de

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