Technik
So könnte der PS4-Controller aussehen - inklusive "Share"-Knopf (M.), um Spielmitschnitte online zu teilen.
So könnte der PS4-Controller aussehen - inklusive "Share"-Knopf (M.), um Spielmitschnitte online zu teilen.(Foto: kairo / neogaf.com)

Auch Playstation 4 ohne Bananen-Gamepad: Sony zeigt neue Spielkonsole

Von Roland Peters

Schon lange schießen die Gerüchte über die Playstation 4 ins Kraut, ab Mitternacht wird die Welt wohl schlauer sein: Was kann Sonys neue Spielkonsole? Mit welchen Titeln treten die Japaner gegen die immer zahlreichere Konkurrenz an? Erste Details sickern bereits durch – und versprechen Unangenehmes.

"Codename Orbis" heißt Sonys Spielkonsole neuer Generation, die Nintendo bereits Ende vergangenen Jahres mit seiner WiiU eingeläutet hat. Der Konzern lädt für Mitternacht deutscher Zeit in New York zu einer Präsentation. Viel mehr als einen Videotrailer auf Youtube geben die Japaner vorab nicht preis – und der ist in Sachen Informationsgehalt höchst spärlich. Trotzdem gilt als sicher: Die vierte Generation der Playstation, wie auch immer sie heißen wird, ist der Anlass.

In dem Videoclip fliegen die Symbole des Controllers durch die Luft, immer wieder begleitet von Lichteffekten. Zudem der Hinweis darunter: "Be the first to know", sowie das Datum des "Playstation Meeting". Mehr als 1,1 Millionen Mal wurde der Trailer bereits angeklickt.

Gerüchte und unter der Hand weitergegebene Informationen gibt es jedoch einige. So wird die Playstation 4 wohl billiger als die PS3 zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung sein und vermutlich 400 bis 450 Euro kosten, wie der normalerweise gut informierte Spieleblog Kotaku von einem Insider erfuhr. Bilder sowie Angaben zum Gamepad-Prototypen gibt es ebenfalls schon. Demnach ist der PS4-Controller seinem Vorgänger sehr ähnlich. Neu ist jedoch ein integriertes Touchpad, wie schon bei Sonys Handheld Playstation Vita. Ein Design wie das des berühmt-berüchtigten "Bananen-Gamepad" ist also diesmal kein Thema.

Angaben zu Prototypen

Szene aus dem Ankündigungsvideo: Playstation-Symbole und Lichteffekte, mehr nicht.
Szene aus dem Ankündigungsvideo: Playstation-Symbole und Lichteffekte, mehr nicht.(Foto: Sony / Screenshot n-tv.de)

Probleme mit Mehrspielerpartien vor einem Bildschirm, bei denen nur ein Nutzerkonto aktiviert wird, löst Sony mit einem neuen System: Sobald ein zusätzlicher Controller verbunden wird, meldet sich der neue Mitspieler mit einem eigenen Nutzerkonto an. Dieses soll nicht an das Gamepad gebunden sein, sondern weiterhin lokal auf der Konsole gespeichert werden. Denkbar ist deshalb, dass Achievements, Savegames und Einstellungen über das Playstation Network synchronisiert werden.

Auch technische Details zur Konsole selbst sickern bereits durch. Konsolenhersteller verschicken vorab Prototypen, damit Softwareentwickler sie nutzen können – und bei Markteinführung ihre Spiele als "Launch-Titel" veröffentlichen können. Einer davon könnte das heiß erwartete Schleich- und Hackerspiel "Watch Dogs" sein, von dem es bereits erste Trailer gibt.

Eine entsprechende Vorab-Ausführung der PS4 aus dem Januar hat 8 Gigabyte Ram, 2,2 Gigabyte Grafikspeicher, wartet mit der 64-Bit-CPU "Bulldozer" von AMD auf, die auf vier Dualkerne kommt. Auch beim Grafikchip setzt Sony auf AMD. Die Festplatte hat 160 Gigabyte Kapazität, der Ton kommt wie das Bild über HDMI oder ein optisches Kabel und wird über 2.0-, 5.1- sowie 7.1-Lautsprechersysteme ausgegeben. Dazu kommen vier USB-3.0-, zwei Netzwerkanschlüsse sowie ein Blu-Ray-Laufwerk. Neuesten Gerüchten zufolge soll die PS4 auch über das Smartphone oder Tablet steuerbar sein.

Unangenehme Neuigkeiten

Die größten – und wohl unangenehmsten – Neuigkeiten betreffen das Playstation Network (PSN) und die Spiele. Die PS3-Versionen von neuen Titeln sind meist teurer als die für andere Plattformen, weil Sony darüber das PSN finanziert. Sony will angeblich wie auch Microsoft für seinen Online-Dienst "Xbox Live" in Zukunft eine Mitgliedsgebühr verlangen. Zudem erwägen die Japaner, die Spiele wie beim PC an das Nutzerkonto zu koppeln. Der große sekundäre Markt von Gebrauchtspielen wäre damit Geschichte.

Ob "Codename Orbis" alias Playstation 4 wirklich im November zum Weihnachtsgeschäft in den USA erscheint, wie es mancherorts heißt, wird in New York vermutlich nicht verkündet. Sollte sich Sony mit einem festen Veröffentlichungstermin zu weit aus dem Fenster lehnen, könnte es den Verkaufsstart wie bei der PS3 verschieben müssen.

Doch die Zeit drängt. Konkurrent Microsoft werkelt bereits an seiner Xbox 720 (Codename "Durango"), und eine ganze Reihe weiterer Unternehmen drängen in diesem Jahr auf den Hardwaremarkt – etwa Nvidia und Valve. Zudem sanken dem Branchenverband Bitkom zufolge in Deutschland die Erlöse für Spiele-Hardware und Zubehör 2012 im Vergleich zum Vorjahr bereits um elf Prozent. "Viele Spieler warten auf neue Geräte", so der Bitkom-Sprecher Tobias Arns.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen