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Die "Homefront"-Marke ging an das deutsche Unternehmen Crytek.
Die "Homefront"-Marke ging an das deutsche Unternehmen Crytek.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Deutsche zahlen 29 Millionen US-Dollar: THQ ist endgültig zerschlagen

Bei der Insolvenz-Auktion von THQ pickt sich die Konkurrenz ihre Rosinen heraus. Sega sichert sich den Spieleentwickler Relic. Ubisoft legt Millionen unter anderem für seinen ehemaligen Creative Director auf den Tisch. Doch den größten Batzen Geld zahlt Koch Media.

THQ, der Entwickler und Publisher von Videospielen, ist Geschichte. Das amerikanische Unternehmen hatte kurz vor Weihnachten 2012 Insolvenz anmelden müssen und suchte nach einem einzelnen Käufer. Allerdings lehnte der zuständige Richter den Plan ab. Stattdessen sprachen sich die Schuldner für eine Versteigerung von Teilen THQs aus.

Das Ergebnis: Sega kauft Relic Entertainment, das traditionsreiche kanadische Entwicklerstudio. Dort steht "Company of Heroes 2" kurz vor der Veröffentlichung. Der erste Teil hatte von der Fachpresse den besten Bewertungungsschnitt eines Echtzeitstrategiespiels aller Zeiten erhalten. Wichtiger dürfte den Japanern aber die Erfahrung der Entwickler mit dem Sci-Fi-Universum "Warhammer 40.000" sein, die mit Relic in den Konzern kommt. Sowohl die "Dawn of War"-Reihe als auch "Space Marine" entstanden bei Relic.

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Auch das Studio Creative Assembly, das ebenfalls zu Sega gehört und die "Total War"-Serie mit Leben füllt, arbeitet an einem "Warhammer"-Titel. 26,6 Millionen US-Dollar legen die Japaner dafür auf den Tisch. Take Two Interactive kauft derweil die Rechte an Turtle Rock Entertainments "Evolve" für rund 10,9 Millionen Dollar.

Koch Media langt zu

Der deutsche Publisher Koch Media angelt sich indes die Rechte an der "Metro"-Reihe. Auch hier steht ein neuer Teil ins Haus. Zudem übernimmt Koch das Volition-Studio in den USA, das die erfolgreichen "Saints Row"-Titel entwickelt. Dafür zahlt Koch Media, das auch unter dem Namen Deep Silver am Markt ist, insgesamt rund 28,2 Millionen Dollar.

Crytek, ebenfalls eine deutsche Firma, übernimmt die Rechte an "Homefront" für rund 550.000 Dollar. Ein logischer Schritt, denn das deutsche Unternehmen ist auch wegen seiner leistungsfähigen Grafik-Engine bekannt geworden, und entwickelt derzeit bereits den zweiten Teil des Shooters.

Einen gewisse Ironie hat der Erwerb des Entwicklers THQ Montreal und die Rechte am kommenden South-Park-Spiel "The Stick of Truth" durch Ubisoft. Patrice Désilets, der als Creative Director "Assassin's Creed" geprägt hat, war im Jahr 2010 bei den Franzosen ausgestiegen und hatte 2011 in Kanada angeheuert. Sein alter Arbeitgeber ist nun auch sein neuer. Für THQ Montreal arbeitet Désilets an "einer komplett neuen Marke", wie es auf der Website des Studios heißt.

Während der Insolvenz wurden in Dokumenten auch mehrere Projekte genannt, an denen die verschiedenen THQ-Studios momentan arbeiten. In Montreal etwa sind es "Underdog" und "1666". Für alles zusammen zahlt Ubisoft rund 5,8 Millionen US-Dollar.

Komplett abgewickelt wird offenbar der Rest des Unternehmens. Dazu könnte - etwas überraschend - auch der Entwickler Vigil Games gehören, dessen beide "Darksiders"-Titel sich gut verkauft hatten. Unternehmenschef Brian Farrell zufolge werde aber weiter nach Käufern für das Studio und die Marke gesucht.

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Quelle: n-tv.de

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