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iOS 8 bringt viele praktische neue Funktionen aufs iPhone.
iOS 8 bringt viele praktische neue Funktionen aufs iPhone.(Foto: Apple)

Besser tippen, teilen, tratschen: iOS 8 macht vieles anders

Große Neuheiten stellt Apple bei seiner Entwicklerkonferenz WWDC nicht vor, kann aber trotzdem überraschen: iPad- und iPhone-Nutzer dürfen künftig die Tastatur installieren, die sie wollen.

Eigentlich hatte man erwartet, dass Apple in San Francisco eine neue Gesundheits-App in den Vordergrund stellt. Doch die Anwendung, die auch Daten von Drittentwickler-Apps integriert, war zumindest vorerst eher Nebensache. Auch die Tatsache, dass Apple künftig die Kontrolle über Haushaltsgeräte übernehmen möchte, überraschte im Moscone Center niemanden. Die für viele Nutzer vielleicht größte Sensation des Abends hielt Apples-Software-Chef Craig Federighi lange zurück: Apple erlaubt unter iOS 8 endlich die Installation von Drittentwickler-Tastaturen.

Auch die Wischtastatur Swype wird iOS-8-Nutzern zur Verfügung stehen.
Auch die Wischtastatur Swype wird iOS-8-Nutzern zur Verfügung stehen.(Foto: Apple)

Das Unternehmen gestattet dabei sogar den kontrollierten Ausbruch aus der Sandbox und Nutzer dürfen den Keyboards Internet-Zugriff erlauben. Wer der hauseigenen Tastatur treu bleiben möchte, erhält eine verbesserte Autovervollständigung und intelligente Wortvorschläge.

Familien zahlen nur einmal

Die weiteren Neuerungen in iOS 8 sind zwar nicht so spektakulär, aber doch sehr nützlich. Sehr viel Geld spart unter Umständen die Möglichkeit, Einkäufe innerhalb der Familie kostenlos zu teilen - Apple erlaubt bis zu sechs Personen. Kinder können auch über das Konto eines Elternteils selbst Einkäufe tätigen, der Inhaber wird aber benachrichtigt und muss zustimmen.

Die Mitteilungszentrale zeigt interaktive Benachrichtigungen an, Nutzer können auch im Lockscreen direkt auf Nachrichten antworten. In Mail ist es unter iOS 8 möglich, Bilder mit Notizen zu versehen, die Spotlight-Suche ist noch universeller und zeigt Wikipedia-Vorschauen an, in der Nachrichten-App kann man ähnlich wie in WhatsApp direkt Sprach- und Videobotschaften aufnehmen und seinen Chat-Partnern den Aufenthaltsort anzeigen. Wie Google Now ist auch Apples Sprachassistentin Siri bald immer ansprechbar und nimmt nach "Hey, Siri!" Befehle entgegen. Zusammen mit der integrierten Shazam-App soll sie künftig auch Musikstücke erkennen. Klickt man zwei Mal auf den Home-Button, sieht man im neuen Betriebssystem nicht nur die kürzlich geöffneten Apps, sondern auch favorisierte und zuletzt verwendete Kontakte.

Fotos, Fotos, Fotos

Helligkeit und Farbe kann man automatisch anpassen lassen und dann Feineinstellungen vornehmen.
Helligkeit und Farbe kann man automatisch anpassen lassen und dann Feineinstellungen vornehmen.(Foto: kwe)

In der Fotos-App ist unter iOS 8 eine detaillierte Suche möglich, Bilder werden über iCloud zwischen Geräten besser synchronisiert und Apple hat der App weitere Bearbeitungsmöglichkeiten gegeben. Nutzer können unter anderem Helligkeit und Farbe "intelligent" anpassen. Außerdem kann Fotos wie andere Apple-Anwendungen zusätzliche Funktionen durch Erweiterungen von Drittanbietern erhalten. Mit der Kamera sind nach dem Update auch Zeitraffer-Aufnahmen möglich. Künftig ist es auch möglich  Fotos und Videos dauerhaft in der iCloud zu sichern. Apple bietet dafür relativ günstig zusätzlichen Speicherplatz an, 20 Gigabyte kosten beispielsweise 99 Cent pro Monat.

Wie Google Drive ermöglicht iCloud Drive in iOS 8 die synchrone Bearbeitung von Dokumenten über mehrere Geräte hinweg. Und wer ein iPhone 5s hat, kann die Touch ID bald auch zur sicheren Identifizierung in Drittanwendungen nutzen. iOS 8 steht Entwicklern sofort zur Verfügung, allgemein verteilt Apple die neue Firmware im Herbst kostenlos an alle Geräte, auf denen bereits iOS 7 installiert werden konnte. Für das iPhone 4 gibt's allerdings kein Update mehr.

Macs und iPhones verstehen sich noch besser

Apple hat auch an seinem Mac-Betriebssystem gefeilt, das OS X 10.10 Yosemite heißen wird und ebenfalls ab Herbst Gratis zur Verfügung stehen soll. Optisch sieht es dann iOS ähnlicher, hat unter anderem ähnliche Transparenz-Effekte und Nutzer können die Mitteilungszentrale mit eigenen Widgets nach ihren Bedürfnissen anpassen.

Besonders interessant sind aber vor allem die Funktionen, die die Zusammenarbeit zwischen iOS-Geräten und Mac-Rechnern vereinfachen. So können künftig Inhalte endlich zwischen den Systemen via AirDrop geteilt werden und iPhones und Macs verbinden und synchronisieren sich automatisch, sobald sie in Reichweite sind. So kann man am Rechner Anrufe entgegennehmen oder tätigen, Aktionen in Apps werden vom anderen Gerät erkannt und man kann sie dort ohne Unterbrechung fortführen. Klasse: Benötigt man die Internetverbindung des iPhone für den Mac, muss man nicht erst in die Einstellungen gehen, der Hotspot steht automatisch zur Verfügung.

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Quelle: n-tv.de

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