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Kommt das Galaxy S6 auch in einer Edge-Version?
Kommt das Galaxy S6 auch in einer Edge-Version?(Foto: Samsung)

Samsungs neuer Smartphone-Kurs: Wird das Galaxy S6 radikal anders?

Über das Galaxy S6 wird heftig spekuliert. Mit dem neuen Spitzenmodell könnten die größten Veränderungen in der Geschichte von Samsungs Flaggschiff-Reihe anstehen. Eine unbestätigte Liste mit technischen Daten sowie neue Bilder geben einen Vorgeschmack.

In der Smartphone-Welt ist das Tempo rasant, die Konkurrenz beinhart und der Innovationsdruck hoch. Kaum ist ein Top-Modell auf dem Markt, fragen die Ersten nach dem Nachfolger, der doch bitteschön noch schneller, schärfer, flacher und edler sein soll. Samsung hat in der Vergangenheit mit seiner Galaxy-S-Reihe Standards gesetzt, entsprechend gespannt wird jedes Jahr das nächste Modell erwartet. Das Galaxy S6 wird voraussichtlich Anfang März im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Schon jetzt ranken sich viele Gerüchte um die neue S-Klasse. Wagt Samsung einen Neuanfang?

Frischer Wind

Der koreanische Branchenriese musste sich zuletzt immer wieder vorwerfen lassen, nur noch Stangenware zu produzieren und keine wirklichen Innovationen mehr zu liefern. Das aktuelle Flaggschiff Galaxy S5 ist zwar hervorragend, es unterscheidet sich aber zu wenig vom Vorgänger und wurde nicht zum erhofften Kassenschlager. In der jüngeren Vergangenheit aber schien Samsung wieder Fahrt aufzunehmen.

Das Galaxy Alpha kam als flaches und schickes Smartphone, das zwar keinen microSD-Steckplatz, dafür aber einen Rahmen aus Aluminium hatte - eine Samsung-Premiere. Beim hochgelobten Note 4 hat Samsung dieses Design-Element übernommen, die eben in den Verkauf gegangenen Galaxy-A-Modelle sind die ersten Smartphones der Südkoreaner mit einem Gehäuse komplett aus Metall und ohne Wechsel-Akku, und mit dem Note Edge ist Samsung eines der spannendsten Smartphones des vergangenen Jahres gelungen.

Ganz aus Aluminium: Das Galaxy A.
Ganz aus Aluminium: Das Galaxy A.(Foto: Samsung)

Damit war 2014 auch ein Jahr der Neuorientierung, mit gebogenen Displays, neuen Materialien und mit dem Abschied von microSD-Steckplatz und Wechselakku, an denen Samsung lange Zeit eisern festgehalten hatte. Diese Veränderungen könnten sich jetzt auch im neuen Flaggschiff niederschlagen, dessen Entwicklung unter dem Codenamen "Project Zero" laufen soll. Das Galaxy S6 habe ein Gehäuse aus Aluminium, heißt es. Das wurde zwar auch schon bei den letzten S-Modellen behauptet, inzwischen hat Samsung aber tatsächlich Geräte mit Alu-Gehäuse auf dem Markt und erntet dafür viel Lob. Der Zeitpunkt wäre also gut, das edle Material auch beim Flaggschiff einzusetzen.

Wenn das S6 wie die Galaxy-A-Modelle tatsächlich einen sogenannten Unibody bekommt, also ein Gehäuse, das aus einem Stück gefertigt ist, hieße es gleichzeitig Abschied nehmen vom austauschbaren Akku. Es wäre dann das erste Samsung-Flaggschiff mit festem Akku und, wie "HDBog.it" vermutet, ohne microSD-Karten-Steckplatz. Stattdessen soll der interne Speicher vergrößert werden, im Gespräch sind Modelle mit 32, 64 und 128 Gigabyte Speicher. Aluminium ist aber nicht das einzige Material, das im Gespräch ist: Auch eine Rückseite aus Glas wurde immer wieder erwähnt, zuletzt von "9to5Google" unter Berufung auf eine koreanische Quelle. Inzwischen wird es aber immer wahrscheinlicher, dass Samsung tataäschlich ganz auf einen Aluminiumkörper setzt. Die neuesten vermeintlichen Bilder des Gehäuses, die "Nowhereelse" zeigt, weisen darauf hin, dass das Galaxy S6 durchaus Ähnlichkeiten mit dem iPhone 6 haben könnte. Die Aussparungen für Kamera und Pulsmesser sind auf den Bildern deutlich zu erkennen - sie sind an der gleichen Stelle platziert wie auf den bereits veröffentlichten Bildern von Schutzhüllen für das Galaxy S6, die Rückschlüsse auf die Platzierung von Kamera und Sensoren zulassen.

Doppelt hält besser

Vielleicht geht Samsung aber auch auf Nummer sicher: Laut "AndroidPit" existiert eine zweite Variante mit Aluminiumrahmen und Kunststoffrückseite. Dabei könnte es sich aber auch um die S6-Variante handeln, deren Display laut "Sammobile" wie beim Note Edge an einer Seite gebogen ist - oder sogar an beiden Seiten, wie "Sammobile" zuletzt erfahren haben will. Das S6 Edge mit dem angeblichen Modellnamen SM-G925 soll eine Kunststoff-Rückseite haben, hier könnte der Akku dann wechselbar sein.

Bei der Wahl des Prozessors könnte der Smartphone-Hersteller gezwungen sein, neue Wege zu gehen. Angeblich setzt Samsung für das Galaxy S6 nicht wie bisher auf einen Snapdragon-Chip von Qualcomm, sondern will stattdessen einen Exynos-Prozessor aus eigener Entwicklung einsetzen. Grund sei die Gefahr der Überhitzung beim neuen Snapdragon 810, schreiben der Branchendienst "Digitimes" und zuletzt auch "Bloomberg". Jetzt hat sich auch Qualcomm selbst geäußert: Wie "Recode" schreibt, gab der Chiphersteller an, dass ein Großkunde sich gegen den Snapdragon 810 entschieden habe. Samsung wurde nicht namentlich genannt, es liegt aber nahe, dass die Koreaner gemeint sind.

In der Liste mit technischen Daten, die "BGR" von einem Insider bekommen haben will, wird der Prozessor nicht namentlich erwähnt, es ist nur die Rede von einem 64-Bit-Chipsatz mit 8 Kernen, der in 14-Nanometer-Bauweise gefertigt ist. Das Display soll demnach 5,1 Zoll messen und mit QHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) kommen - das entspräche einer Pixeldichte von superscharfen 577 ppi. 

Die Rückkamera soll eine Auflösung von 20 Megapixeln und einen optischen Bildstabilisator (OIS) haben, die Frontkamera mit 5 Megapixeln auflösen. Die angebliche Akkukapazität von 2550 Milliamperestunden wäre recht knapp bemessen, schon das Galaxy S4 hatte 2600 Milliamperestunden. Dafür soll das S6 aber Drahtlosladen unterstützen, eine Schnellladefunktion versorgt das S6 laut "BGR" innerhalb von 10 Minuten mit 4 Stunden Laufzeit. Außerdem listet die Website einen Bezahldienst namens "Samsung Pay", LTE Cat. 6 und bestätigt das Gerücht über ein Gehäuse aus Metall und Glas.

Ein Unibody aus Aluminium mit festem Akku und wenigen Öffnungen - das passt zu einem weiteren Gerücht, wonach Samsung den Schutz gegen Wasser und Staub verbessern will. Jüngsten Berichten aus Korea zufolge will Samsung jedoch das S6 und das S6 Edge nicht wasserdicht machen, um Produktionskosten zu sparen. Stattdessen wolle man, wie "Ddaily" schreibt, ein wasser- und staubdichtes S6 Active auf den Markt bringen, das besonders robust ist und auf den Einsatz im Freien spezialisiert ist.

Der Fingerabdruck-Scanner bleibt aber wohl erhalten, hier soll aber nachgebessert werden. Samsungs Lösung, bei der man mit dem Finger über den Home-Button wischen muss, erwies sich in Praxistests im Vergleich zu Apples TouchID als deutlich unpraktischer.

Zum Facelifting am Gehäuse soll auch eine neu gestaltete Software kommen. Samsung werde seine Benutzeroberfläche TouchWiz gründlich überarbeiten, entschlacken und von überflüssigen Extras befreien, berichtet "BusinessKorea". Ziel sei eine bessere Performance und eine reduzierte Oberfläche, ähnlich wie bei Googles Nexus 6, das mit purem Android ausgestattet ist. Über einen "Theme Store" soll die Oberfläche anpassbar sein, schreibt "Sammobile". Vom ehemals bunten und verspielten Look hatte sich Samsung schon mit dem Galaxy S5 teilweise verabschiedet und stattdessen auf flache Icons und gedeckte Farben gesetzt. Die Oberfläche wirkte aber noch unfertig, die neue Designsprache nicht konsequent umgesetzt. TouchWiz galt in der Vergangenheit stets als überladen und speicherhungrig.

Quelle: n-tv.de

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