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Mittwoch, 02. Dezember 2015

"Wie ein apokalyptisches Bild": 337 tote Wale schockieren Forscher

Hunderte gestrandete Wale vor der chilenischen Küste machen Meeresbiologen ratlos. Sie vermuten noch viel mehr tote Meeressäuger in einem schwer zugänglichen Gebiet. Das große Rätsel bleibt die Ursache für das Massensterben.

Im Süden Chiles sind mehr als 330 Wale gestrandet - eine der größten Strandungen dieser Art, die jemals registriert wurden. "Es erschien uns wie ein apokalyptisches Bild. Noch nie hatte ich so etwas gesehen", berichtete die Direktorin des Wissenschaftszentrums Huinay, Vreni Häussermann. Sie hatte an der Expedition teilgenommen, die die toten Wale zählte.

Mehr als 20 Sei-Wale mit einer Länge von etwa zehn Metern waren im vergangenen April als tot gemeldet worden, nachdem sie im Norden des Golfs von Penas in Patagonien fast 2000 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago gestrandet waren. Wissenschaftler, darunter Häussermann, überflogen dann im Juni das schwer zugängliche Gebiet.

Die Auswertung ihrer Zählung zusammen mit Fotos und Satellitenaufnahmen ergab nun, dass die tatsächliche Zahl der toten Wale weit höher liegt. "Wir konnten 337 tote Wale zählen", sagte Häussermann. Es gebe aber immer noch viele Gebiete, in die die Wissenschaftler nicht vorgedrungen seien, sodass wahrscheinlich noch mehr Wale tot seien.

Ursachenforschung

Zur Ursache des Walsterbens wollte Häussermann keine genauen Angaben machen. Dies soll demnächst in dem wissenschaftlichen Fachblatt "National Geographic", das die Expedition finanzierte, enthüllt werden. Wunden wurden bei den Tieren nicht entdeckt. Die chilenischen Behörden schlossen auch eine Einwirkung des Menschen aus. Mögliche Ursachen könnten eine Algenpest oder eine Viruserkrankung sein. Häussermann sagte lediglich, dass erste Analysen ergeben hätten, dass alle Wale "bei demselben Ereignis" gestorben seien.

Sei-Wale sind noch wenig erforscht, es gibt daher nur Schätzungen über die Größe ihrer Population. Die zur Familie der Furchenwale zählenden Säuger werden durchschnittlich 16 Meter groß und bis zu 30 Tonnen schwer. Sie ernähren sich von Krill, einem garnelenartigen Krustentier, und Schwarmfischen, vor allem aber Seelachs. Aus diesem Umstand leitet sich auch ihre Name "Sei" ab, der auf norwegisch Seelachs bedeutet.

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Quelle: n-tv.de

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