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In einer Algenzuchtanlage.
In einer Algenzuchtanlage.(Foto: picture alliance / dpa)

Neues Verfahren mit Nickel vorgestellt: Algen werden zu Biokraftstoff

Forscher kommen auf der Suche nach alternativen Kraftstoffen einen Schritt weiter. In Zukunft soll Kraftstoff aus Mikroalgen Maschinen antreiben. Dafür entwickeln Wissenschaftler der Technischen Universität München ein neues Verfahren, bei dem sie Nickel als Katalysator einsetzen.

Treibstoff aus Algen könnte in der Zukunft bei der Lösung der Energieproblemen helfen. Forscher der Technischen Universität München haben eine neue Methode entwickelt, mit dem sich Bio-Öle aus Mikroalgen effektiv in Dieselkraftstoffe umwandeln lassen, wie die Uni mitteilte. Prof. Johannes Lercher und sein Team vom Department Chemie in Garching stellten ihr Verfahren in der Zeitschrift "Angewandte Chemie" vor. Versuche zur Herstellung von Bio-Treibstoff aus Algen laufen derzeit weltweit, da Algen fast überall angebaut werden können und besonders schnell wachsen - auch in Industrieabwässern.

Die bisherigen Ansätze zur Gewinnung von Öl aus Mikroalgen seien mit verschiedenen Nachteilen behaftet. Unter anderem habe der entstehende Treibstoff einen zu hohen Sauerstoffgehalt und schlechte Fließeigenschaften bei niedrigen Temperaturen.

Bessere Ergebnisse durch Nickelzugabe

Die Münchner Wissenschaftler schlagen nun ein neues Verfahren vor, für das sie einen neuartigen Katalysator aus Nickel auf einem porösen Trägermaterial verwendeten. "Als Produkt entstehen gesättigte Kohlenwasserstoffe im Dieselbereich, die sich als hochwertige Kraftstoffe für Fahrzeuge eignen", sagte Lercher. Die Reste der Algen aus der Treibstoffproduktion könnten als Dünger für weiteres Algenwachstum verwendet werden.

Das Projekt wurde vom Luft- und Raumfahrtkonzern EADS unterstützt. Vor zwei Jahren war auf der Internationalen Luftfahrtmesse ILA in Berlin erstmals ein zweimotoriges Flugzeug mit Biokraftstoff aus Mikroalgen gestartet. Nun müssten Wege gefunden werden, die Energiegewinnung aus Algen auch wirtschaftlich zu machen, sagte EADS-Sprecher Gregor von Kursell.

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Quelle: n-tv.de

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