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Veränderungen im Gehirn weisen auf eine Alzheimer-Erkrankung hin.
Veränderungen im Gehirn weisen auf eine Alzheimer-Erkrankung hin.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hoffnung für Erkrankte: Alzheimer bei Mäusen gestoppt

Die Blockade eines Moleküls des Immunsystems bessert bei Mäusen Symptome der Alzheimer-Krankheit. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Berliner Charité und der Uni Zürich. Ob dieser Ansatz auch Menschen hilft, müssen jedoch klinische Studien noch klären.

In Deutschland und der Schweiz haben rund 1,5 Millionen Menschen die Alzheimer-Krankheit. Deren Ursache ist bislang nicht geklärt. Derzeit erforschen viele Forscher die Rolle von Entzündungsprozessen bei der Erkrankung. Im Fokus stehen dabei bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, sogenannte Interleukine (IL).

Ein Wissenschaftlerteam von der Charité-Universitätsmedizin Berlin und der Universität Zürich berichtet jetzt im Fachjournal "Nature Medicine" von seinen Forschungen. Die Forscher um Frank Heppner und Burkhard Becher prüften die Rolle der Stoffe IL-12 und IL-23 bei genetisch veränderten Mäusen. "Ausgangspunkt war, dass Alzheimer-Mäuse die zwei Botenstoffe Interleukin 12 und 23 verstärkt herstellen", sagt Frank Heppner vom Institut für Neuropathologie der Charité. Beide Stoffe enthalten das Molekül p40. Die Forscher untersuchten Alzheimer-Mäuse, die p40 nicht produzieren konnten oder die keine Andockstellen für das Molekül hatten.

In den Gehirnen dieser Tiere fanden sie etwa 65 Prozent weniger Ablagerungen des Eiweißes Amyloid-beta. Diese sogenannten Plaques sind typisch sowohl für Alzheimer-Mäuse als auch für an Alzheimer erkrankte Menschen.

In weiteren Tests spritzten die Wissenschaftler bereits erkrankten Alzheimer-Mäusen Antikörper gegen p40 ins Blut oder ins Gehirn. Bekamen die Tiere die Stoffe ins Gehirn verabreicht, so besserte sich ihr Erinnerungsvermögen. Zwar müsse der Mechanismus von p40 bei der Alzheimer-Krankheit noch weiter geklärt werden. Aber Heppner und Becher glauben, schon die Brücke zu Patienten schlagen zu können. In einer kleinen Studie analysierten sie die Hirnflüssigkeit von 39 Alzheimer-Patienten und 20 gesunden Menschen. Dabei fanden sie einen Zusammenhang zwischen den p40-Werten und den Hirnleistungen der Teilnehmer. "Die Ergebnisse decken sich mit einer US-Studie, die erhöhte p40-Werte im Blutserum von Alzheimer-Patienten fand", sagt Heppner.

Nun müssen Studien klären ob Antikörper gegen p40 auch Menschen helfen. Vorteilhaft ist dabei, dass ein derartiger Antikörper schon gegen Schuppenflechte eingesetzt werden. Heppner und Becher haben ein Patent auf Stoffe angemeldet, die IL-12 und IL-23 beeinflussen.

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Quelle: n-tv.de

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