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Hohe Müttersterblichkeit in Indien: Bananen sollen Sterberate senken

Jeden Tag überleben weltweit rund 1000 Frauen eine Schwangerschaft oder Geburt nicht. Vor allem in Entwicklungsländern ist die hohe Müttersterblichkeit ein großes Problem. Indien arbeitet nun mit Forschern aus den USA zusammen, um gegen das Problem vorzugehen - mithilfe von Bananen.

Bananen - vor allem im Süden Indiens ein wichtiges Nahrungsmittel für die oft vegetarisch lebende Bevölkerung.
Bananen - vor allem im Süden Indiens ein wichtiges Nahrungsmittel für die oft vegetarisch lebende Bevölkerung.(Foto: Reuters)

Die Tausende Frauen überleben nicht in Indien ist erschreckend hoch. Ein Hauptgrund dafür ist Blutarmut in Folge von Eisenmangel - eine sogenannte Eisenmangelanämie. Forscher in den USA wollen nun in Zusammenarbeit mit indischen Wissenschaftlern Abhilfe schaffen und versuchen, das Problem einzudämmen – indem sie Bananen züchten, die reich an Eisen sind. Eisen ist unabdingbar für die Bildung von Blut.

Dazu sollen neue Stämme von Bananen entwickelt werden, wie Forscher der University of Technology in Queensland gemeinsam mit indischen Kollegen erklärten. Die indische Regierung will die nächsten vier Jahre in das Projekt investieren. Die Leitung des Projektes übernimmt Professor James Dale, Experte für tropische Nutzpflanzen, gemeinsam mit der indischen Wissenschaftlerin Rakesh Tuli, der das Programm in Indien koordinieren wird.

"Eisenmangelanämie ist ein großes Problem für schwangere Mütter, besonders während der Geburt", erklärt Dale. Eisenmangel sei nicht unüblich in Indien, da sich viele Menschen vegetarisch ernähren und es für sie schwer sei, genügen Eisen in der täglichen Ernährung zu sich zu nehmen. "Eisenreiche Bananen, die in Indien ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sind, könnten zur Lösung des Problems beitragen", ist sich Dale sicher. Nach der ersten, vierjährigen Entwicklungsphase könne es noch weitere fünf Jahre dauern, bis die Bananen so präpariert seien, dass sie an indische Bauern ausgegeben werden können, sagt der Forscher.

Bananen mit Vitamin A für Uganda

An der Universität in Queensland existiert bereits ein ähnliches Projekt: Forscher versuchen, den Nährstoffgehalt in Bananen für Uganda zu erhöhen. Dort geht es vor allem um die Anreicherung der Bananen mit Vitamin A. Im Schnitt essen die Ugander pro Person ein Kilo Bananen täglich. Die indischen Wissenschaftler zeigten sich begeistert von dem Vorhaben und baten die Amerikaner, ihnen bei der Entwicklung eisenreicher Bananen zu helfen.

Renu Swarup vom indischen Departement für Biotechnologie sagte, die indische Regierung werde dieses Forschungsprojekt mit Interesse verfolgen. "Dies ist das erste landwirtschaftliche Projekt Indiens dieser Art, das mit einem anderen Land zusammen unternommen wird. Es bedeutet uns sehr viel." Sie verwies zudem darauf, dass der Eisenmangel nicht nur mit dem weit verbreiteten Vegetarismus, sondern mit der schlechten Ernährung insgesamt zusammenhänge. "In allen Entwicklungsländern ist das ein Problem", sagt sie. Besonders im südlichen Teil Indiens seien Bananen ein sehr wichtiges Nahrungsmittel. "Sie werden eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Eisenmangel spielen."

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Quelle: n-tv.de

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