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Erbsenblattläuse (Acyrthosiphon pisum) auf dem Blatt einer Bohnenpflanze: Bettwanzen werden von den Härchen der Bohnenblätter regelrecht aufgespießt.
Erbsenblattläuse (Acyrthosiphon pisum) auf dem Blatt einer Bohnenpflanze: Bettwanzen werden von den Härchen der Bohnenblätter regelrecht aufgespießt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Was die Bulgaren schon wussten: Blätter nageln Bettwanzen fest

Bettwanzen sind üble blutsaugende Parasiten, die sich in vielen Ländern der Erde ausbreiten. Ihre Bekämpfung mit Insektiziden, Hitze oder Kälte verursacht immense Kosten. Nun sind US-Forscher auf den traditionellen Trichter gekommen: Blätter von Bohnenpflanzen.

Von Bohnenblättern haben sich US-Wissenschaftler zu einer neuen Methode im Kampf gegen Bettwanzen inspirieren lassen. Einem in der britischen Fachzeitschrift "Journal of the Royal Society Interface" veröffentlichten Bericht zufolge werden etwa in Serbien und in Bulgarien Blätter von Bohnenpflanzen ums Bett gestreut, die die blutsaugenden Insekten festhalten. Anschließend genügt es, die Blätter zu verbrennen, um die Parasiten loszuwerden.

Forscher der Universitäten von Kalifornien und Kentucky verfolgten im Labor mit hochauflösenden Videokameras und elektronischen Mikroskopen, was den Insekten auf der Oberfläche der Bohnenblätter passiert. Die Aufnahmen zeigen, dass die Blätter sehr scharfe Härchen haben, die die Beinchen der Wanzen durchstechen und diese so regelrecht festnageln. Bisher wurde eher angenommen, die Wanzen würden sich in den Härchen der Blätter verfangen.

"Schwierig, die Natur zu imitieren"

Die Forscher versuchen nun, synthetische Oberflächen zu entwickeln, die den Mechanismus der Bohnenblätter imitieren und so eine Barriere für Wanzen schaffen. Dies gelang ihnen teilweise, doch sind die synthetischen Oberflächen weniger wirksam als die Blätter von Bohnenpflanzen, weil ihre Härchen die Wanzen nicht aufspießen. Die neuen Stoffe müssen daher noch verbessert werden. "Es ist schwierig, die Natur zu imitieren", räumte Michael Potter von der Universität Kentucky ein. Der Aufwand lohne sich aber, weil er "enorme" Gewinne verspreche.

Lange Zeit wurden Bettwanzen mit DDT und anderen Pestiziden bekämpft, die heute verboten sind. Daher erleben die Blutsauger seit einigen Jahren ein wahres Comeback - in Privathaushalten, Hotels, Schulen, Kinos und sogar in Krankenhäusern. Sie werden heute mit allen möglichen Methoden bekämpft: mit zulässigen Insektiziden, durch Hitze oder auch durch Kälte, etwa mit Kohlenstoffdioxid in Form von Trockeneis. Nach Angaben der US-Gesellschaft zur Bekämpfung von Parasiten verursachen Bettwanzen alleine in den USA jährlich Kosten in Höhe von rund 250 Millionen Dollar (mehr als 190 Millionen Euro).

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Quelle: n-tv.de

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