Donnerstag, 18. Dezember 2008
Gerücht ist gefährlich: Cola kein Verhütungsmittel
Coca-Cola ist kein geeignetes Verhütungsmittel. Die Limonade töte Spermien nicht ab, sagte die US-Medizinerin Deborah Anderson dem Fachmagazin "British Medical Journal". Die Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie der Harvard Medical School in Boston sagte, in manchen armen Ländern würden Scheidenspülungen mit Cola nach dem Sex immer noch als Verhütungsmittel eingesetzt. Auch in den USA war die Methode in den 50er und 60er Jahren angewandt worden. Das Getränk habe aber keine empfängnisverhütende Wirkung, sagte die Wissenschaftlerin. Zudem würde eine Cola-Dusche nach dem Sex die Samenzellen auch nicht mehr einholen.
Spülungen sind gefährlich
Tatsächlich könne Cola für den Unterleib der Frau sogar gefährlich sein, sagte Anderson. Das Getränk töte nützliche Bakterien in der Vagina ab und steigere so das Risiko für Infektionen und sexuell übertragbare Krankheiten. Zudem gebe es effektivere Verhütungsmethoden, deren Anwendung auch einfacher sei.
Die Wissenschaftlerin hatte sich an die Zeitschrift gewandt, nachdem eine frühere Studie ihrer Forschungsgruppe zum Einfluss von Coca-Cola auf menschliche Spermien kürzlich den Anti-Nobelpreis für groteske Themenstellungen in der Wissenschaft erhalten hatte. Anderson befürchtete, die ironische Auszeichnung könne das Gerücht, dass Cola Spermien abtöte, weiter verbreiten.
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