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Neue Studie: Mehr Sex in einer Beziehung bedeutet auch mehr Glück - allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt.
Neue Studie: Mehr Sex in einer Beziehung bedeutet auch mehr Glück - allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt.(Foto: imago/Westend61)
Montag, 23. November 2015

Liebe, Lust und Glück: Einmal Sex pro Woche und alles ist gut?

Jeden Tag, wöchentlich oder einmal im Monat? Macht mehr Sex automatisch glücklicher? Die Antwort darauf wollen Forscher nun gefunden haben: Auch beim horizontalen Vergnügen kommt es auf das richtige Maß an.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sex gerne als die geheime Zutat für eine erfüllte Partnerschaft angepriesen wird. Macht mehr Sex also automatisch glücklicher? Wie viel Sex ist genug? Die Antwort darauf wollen Forscher nun gefunden haben: Demnach haben die glücklichsten Paare tatsächlich nur einmal pro Woche Sex. Und mehr Sex macht nicht glücklicher.

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Die kanadische Psychologin Amy Muise und ihre Kollegen von der University of Toronto Mississauga werteten für ihre Studie Befragungen von über 30.000 US-Amerikanern zwischen 18 und 89 Jahren aus. Etwa zwei Drittel der Befragten waren den Angaben zufolge verheiratet oder in einer romantischen Beziehung. Überträgt man die gewonnenen Daten in eine Grafik, ergibt sich daraus eine Kurve, die zunächst linear ansteigt und ab einem bestimmten Scheitelpunkt abflacht. Demnach verbessert sich das eigene Wohlbefinden durch Sex stetig, ist aber bei einmal pro Woche ausgereizt.

"Die Leute denken oft, dass mehr Geld und mehr Sex gleich mehr Glück bedeutet, aber das ist nur bis zu einem bestimmten Punkt wahr", berichtet Muise im Fachmagazin "Social Psychological and Personality Science". Die renommierte Psychologin räumt außerdem mit dem verbreiteten Klischee auf, Männer bräuchten mehr Sex als Frauen. Einmal pro Woche macht Mann und Frau glücklich. Auch das Klischee, mit dem Alter nehme die Lust ab, ist out: Auch glückliche ältere Paare haben einmal pro Woche Sex. Die schlechte Nachricht für Singles: Der wöchentliche Sex macht nur feste Paare glücklich.

Was ist Ursache und was Wirkung?

Die Wissenschaftler werteten insgesamt drei Einzelstudien aus. Zunächst griffen sie auf Daten des General Social Survey zurück. Dabei handelt es sich um eine Befragung, die seit über vier Jahrzehnten in den USA läuft. Rund 25.500 Teilnehmer beantworteten Fragen zu Zufriedenheit und Sexualleben.

Im zweiten Studienteil ließen die Forscher 335 in einer festen Partnerschaft lebende Probanden einen Fragebogen ausfüllen, in dem auch Fragen zum Einkommen beantwortet werden mussten. Diese kleinere Befragung bestätigte das Ergebnis der ersten Studie. Und es zeigte sich: Seltener Sex war stärker mit Unzufriedenheit verknüpft als ein geringes Einkommen.

Zudem werteten die Psychologen die Daten des National Survey of Families and Households aus, bei dem verheiratete Paare darüber Auskunft gaben, wie zufrieden sie mit ihrem Leben und ihrer Beziehung sind und wie häufig sie miteinander schlafen. Auch hier stieg die Zufriedenheit mit der Häufigkeit des Sex, aber nur bis zu einer bestimmten Frequenz -  nämlich einmal die Woche.

Was die Studie offen lässt, ist die Frage was Ursache und was Wirkung ist: Sind die Paare glücklich und haben deshalb einmal pro Woche Sex? Oder sind die Paare glücklich, weil sie einmal pro Woche Sex haben?

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Quelle: n-tv.de

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