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In Südafrika verendet das Vieh auf den Weiden. Es ist trocken wie seit 30 Jahren nicht.
In Südafrika verendet das Vieh auf den Weiden. Es ist trocken wie seit 30 Jahren nicht.(Foto: dpa)

50 Millionen von Hunger bedroht: El Niño schickt die Extreme nach Afrika

Teile von Afrika werden von einer Hungerkatastrophe heimgesucht. Besonders betroffen ist Äthiopien. Schuld ist ein Wetterphänomen. Experten sprechen bereits von einem Super-El Niño.

Ende 2015 ist schon abzusehen gewesen, dass El Niño in dieser Saison verheerende Auswirkungen haben wird. Bereits damals schätzten Hilfsorganisationen, dass rund zehn Millionen Menschen wegen Dürren und Überflutungen ihre Ernten verlieren und deshalb auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden. Nun muss die Zahl derer, die durch El Niño von Hunger bedroht sind, auf 50 Millionen erhöht werden. Die UN schätzt, dass allein in Äthiopien, Somalia, Eritrea und dem Südsudan mehr als 25 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. In Äthiopien handelt es sich dem Hunger-Frühwarnsystem Fewsnet zufolge um die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Im südlichen Afrika sind der Regionalgruppierung SADC zufolge 28 Millionen Menschen von Hunger bedroht - etwa die Hälfte lebt in Südafrika. Doch warum ist das Wetterphänomen in dieser Saison so stark ausgeprägt?

Anomalie der Meeresoberflächentemperatur (in Grad Celsius), beobachtet im Dezember 1997 während eines starken El Niños.
Anomalie der Meeresoberflächentemperatur (in Grad Celsius), beobachtet im Dezember 1997 während eines starken El Niños.(Foto: NCEP, NOAA)

"Ein Grund für das extrem starke Ereignis dürfte im globalen Klimawandel liegen", erklärt n-tv Wetterexperte Björn Alexander. Gleichzeitig beeinflusst El Niño auch die globalen Temperaturen, vor allem, wenn es sich um so heftige Ereignisse handelt wie momentan. El Niño erhöht die globalen Temperaturen und so kommt es zu einem Wirkungskreis mit diesem Klimaphänomen. Die verräterische Warmwasserzunge vor der Küste Süd- und Mittelamerikas konnten Meteorologen auch zum Ende des vergangenen Jahres beobachten.

Eine maßgebliche Größe ist nämlich die Erhöhung der Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik. Diese wirkt sich auch auf die Lufttemperaturen aus und bringt mehr Energie in die Atmosphäre. Dadurch wird das Wettergeschehen so beeinflusst, wie es seit Dezember beobachtet werden kann, mit Überflutungen auf der einen Seite und Dürreperioden auf der anderen Seite. "Wegen seiner extremen Ereignisse spricht man jetzt von einem Super-El Niño", betont Alexander.

Jeder El Niño ist anders

Dabei unterliegt El Niño als Wetterphänomen in seiner Intensität einer gewissen Schwankungsbreite. Er kann mal stärker und mal schwächer ausgesprägt sein. Die letzten beiden extremen El Niños sind zu Beginn der 1980er-Jahre und in der Saison 1997/1998 beobachtet worden. Auch wenn El Niño das Wettergeschehen weltweit, besonders das, was mit Niederschlägen in Verbindung steht, beeinflussen kann, sind genaue Vorhersagen über dessen Verhalten und seine Auswirkungen nur schwer zu machen, denn jeder El Niño hat seine speziellen Eigenarten.    

Der Name des Phänomens übrigens ist vom Zeitpunkt des Auftretens, nämlich der Weihnachtszeit hergeleitet. El Niño, was eigentlich der Junge bedeutet, ist hier die Bezeichnung für das Christuskind. Peruanische Fischer sollen das Wetterphänomen, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt, bereits im 16. Jahrhundert den Namen verliehen haben, denn sie haben den Effekt an ausbleibenden Fischschwärmen zu spüren bekommen.

Quelle: n-tv.de

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