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Dürren und Überschwemmung werden durch die Erderwärmung befürchtet.
Dürren und Überschwemmung werden durch die Erderwärmung befürchtet.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz heißestem Jahrzehnt: Erderwärmung langsamer als erwartet

Der Klimawandel ist unter Wissenschaftlern ein heiß diskutiertes Thema. Er könnte lebensbedrohlich für die Menschheit werden. Dass sich die Erde im letzten Jahrzehnt nicht so stark erwärmt hat wie bisher befürchtet, kommt allerdings nur einem kurzen Aufatmen gleich. Langfristig bleiben die Prognosen düster.

Die Erde wird sich einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten nicht so stark erwärmen wie befürchtet. Ohne weitere Klimaschutzfortschritte dürfte die Klima-Erwärmung aber auf längere Sicht ein Niveau erreichen, das als gefährlich für die Menschheit gilt. Dies ist das Ergebnis von Untersuchungen eines internationalen Wissenschaftlerteams, das am Sonntag veröffentlicht wurde.

Die Forscher berechneten den Temperaturanstieg auf Basis des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre. Dieser dürfte ungefähr Mitte des Jahrhunderts doppelt so hoch sein wie vor der Industriellen Revolution, sollte sich die Luftverschmutzung im aktuellen Tempo fortsetzen. Die Jahresdurchschnittstemperatur werde dann zwischen 0,9 und zwei Grad Celsius höher sein als zu vorindustriellen Zeiten, sagen die Experten voraus. Damit liegen sie merklich unter den Erhebungen von UN-Klimawissenschaftlern aus dem Jahr 2007, die den Anstieg auf ein bis drei Grad schätzten.

Vereinbarungen werden nicht erreicht

Der Kohlendioxidgehalt in der Luft muss dringend reduziert werden.
Der Kohlendioxidgehalt in der Luft muss dringend reduziert werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Regierungen der Welt haben sich darauf geeinigt, die Erderwärmung nicht über  zwei Grad steigen zu lassen. Viele Forscher gehen davon aus, dass der Menschheit ab dieser Schwelle gravierende Konsequenzen drohen wie eine Zunahme von Fluten und Hitzewellen sowie steigende Meeresspiegel.

Die neue, in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" vorgestellte Studie könnte dazu führen, dass sich die Politik weniger stark unter Handlungsdruck sieht. Chefautor Alexander Otto von der Universität Oxford erklärte, für die Regierungen sei die Entwicklung der nächsten 50 bis 100 Jahre entscheidend. Co-Autor Reto Knutti nannte die neuen Berechnungen für diesen Zeitraum zwar willkommen.

Der Professor an der ETH Zürich mahnte aber zugleich, auf Sicht von Jahrhunderten werde die Erderwärmung deutlich über der Zwei-Grad-Marke liegen, falls sich der Trend bei den CO2-Emissionen fortsetzen sollte. In dieser langfristigen Berechnung lagen die Wissenschaftler im Rahmen ihrer UN-Kollegen, die von einem Temperaturanstieg von zwei bis 4,5 Grad ausgingen.

Tempo verlangsamt sich nur

Das Tempo der Erderwärmung hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. In den 1980er und 1990er Jahren waren die jährlichen Wachstumsraten noch höher gewesen.

Insbesondere das starke Wirtschaftswachstum in China trägt zum Anstieg der Treibhausgase bei. In der EU soll vor allem der Handel mit Emissionsrechten zu einer Eindämmung führen. Nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel funktioniert dieses Instrument aber nicht wie gewünscht und muss daher reformiert werden.

Quelle: n-tv.de

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