Lebens- oder leidensverlängerndErstes Kunstherz zugelassen
Die US-Arzneibehörde FDA hat das weltweit erste Kunstherz zugelassen, das das eigene Organ vollständig ersetzt und ohne Schläuche oder Drähte nach außen auskommt.
Die US-Arzneibehörde FDA hat das weltweit erste Kunstherz zugelassen, das das eigene Organ vollständig ersetzt und ohne Schläuche oder Drähte nach außen auskommt. Die Behörde räumt allerdings ein, dass das Gerät AbioCor keine langfristige Lösung ist. Die Zulassung stützt sich auf Daten der ersten 14 AbioCor-Empfänger, die das Kunstherz testhalber eingepflanzt bekommen hatten. "In einigen Fällen verlängerte das Gerät das Leben um mehrere Monate und schenkte den Patienten wertvolle Zeit mit ihren Familien und mit Freunden", heißt es in einer Erklärung der FDA.
Alle 14 Patienten sind allerdings inzwischen gestorben. Viele von ihnen erlitten nach Erhalt des künstlichen Organs schwere Schlaganfälle, die ihre Lebensqualität erheblich einschränkten. Vor einem Jahr hatte die FDA dem AbioCor-Hersteller Abiomed in Danvers (US-Bundesstaat Massachusetts) wegen der vielen Nebenwirkungen des Kunstherzens noch eine Absage erteilt. Es verlängere nur den Prozess des Sterbens, nicht aber ein lebenswertes Leben, hieß es damals. Die längste Überlebenszeit betrug bislang 17 Monate.
Inzwischen nahm die Behörde das Angebot von Abiomed an, das Herz auf eigene Kosten an weiteren 25 Patienten auszuprobieren. Das weltweit einzige Kunstherz seiner Art soll jenen Herzkranken überleben helfen, die zu schwach für die Transplantation eines Spenderherzens sind. Die interne Batterie des Kunstherzens ermöglicht dem Patienten, sich bis zu eine Stunde frei zu bewegen. Dann muss die Batterie wieder aufgeladen werden. Die Kosten für das Kunstherz liegen bei etwa eine viertel Million US-Dollar (rund 200.000 Euro).