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Der Zwergplanet Ceres  ist rund fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.
Der Zwergplanet Ceres ist rund fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.(Foto: dpa)

Viele Gräben auf Zwergplanet Ceres: Forscher finden "gefrorenes Wassereis"

Die Raumsonde "Dawn" liefert so scharfe Bilder von Ceres wie nie zuvor - und begeisert damit die Forscher des Max-Planck-Instituts, die nun Beweise dafür entdeckt haben, dass ein Großteil seiner Oberfläche aus salzhaltigem Eis besteht.

Auf dem Zwergplaneten Ceres gibt es gefrorenes Wasser. Das bestätigten Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) nach der Auswertung jüngster Kameraaufnahmen, die von der Nasa-Raumsonde "Dawn" zur Erde gefunkt wurden. Seit die Sonde im Dezember in einer Höhe von 385 Kilometern ihre niedrigste Umlaufbahn um den Himmelskörper erreicht habe, gebe es Bilder von bislang unerreichter Genauigkeit, teilten die Forscher mit. Zu sehen sei auch eine überraschende Vielfalt an Kraterlandschaften, die vermutlich durch Asteroiden-Einschläge entstanden sind.

Die Schichten von Ceres.
Die Schichten von Ceres.(Foto: NASA)

Derartige Oberflächenformen seien sonst vor allem auf größeren Himmelskörpern weit verbreitet, hieß es vonseiten der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Viele der Gräben auf Ceres seien vermutlich die Folge der Einschläge, manche schienen jedoch auch tektonischen Ursprungs zu sein, hieß es. Innere Spannungen hätten dort vermutlich die Kruste des Zwergplaneten aufgebrochen. "Warum sie so auffällig sind, ist noch nicht verstanden, aber sie stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit der komplexen Struktur der Kruste von Ceres", erläuterte Paul Schenk vom Lunar and Planetary Science Institute in Houston in Texas.

Salzseen wie auf der Erde

Aus der Beschaffenheit der Krater lässt sich die Zusammensetzung der oberflächennahen Schichten von Ceres bestimmen. Die jüngsten Ergebnisse bestätigten frühere Befunde, wonach sich sich zumindest stellenweise in nur geringer Tiefe unter der Oberfläche gefrorenes Wassereis befindet. Es enthält Salze, wie sie auch in Salzseen auf der Erde vorkommen.

Die Beschaffenheit der Krater und die nun gefundenen Strukturen zeigen nach Angaben der Forscher, dass sogar ein wesentlicher Teil der oberflächennahen Schichten von Ceres aus Eis bestehen. Schlage ein Asteroid darauf ein, so werde das Oberflächenmaterial teilweise oder ganz geschmolzen. Beim Erstarren gebe es andere Strukturen als bei Einschlägen in Gestein.

Ceres ist der größte Himmelskörper seines Asteroidengürtels. Der Zwergplanet hat einen mittleren Durchmesser von etwa 940 Kilometern und ist rund fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.  Die Raumsonde "Dawn"war 2007 gestartet. 2011 hatte sie den Asteroiden Vesta erreicht und ein Jahr lang untersucht. Im März 2015 schwenkte sie in eine Umlaufbahn um Ceres ein. Die Sonde soll den Zwergplaneten noch bis mindestens zum 30. Juni untersuchen.

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Quelle: n-tv.de

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