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IWF-Chefin Lagarde ist die Ausnahme.
IWF-Chefin Lagarde ist die Ausnahme.(Foto: picture alliance / dpa)

Stolz ist überzeugender: Fröhliche Frauen wirken führungsschwach

Fröhlichkeit und Führungswillen schließen einander aus. Das ergibt eine Studie zu Frauen in Führungspositionen. Stolz gilt hingegen als Führungsmerkmal, übrigens auch bei Männern.

Fröhlichen Frauen wird einer Studie zufolge wenig Führungswille zugetraut. Führungsbereiter würden Frauen wahrgenommen, die Stolz auf ihre eigene Leistung zeigten, ergab eine Studie der Technischen Universität München (TUM). Die Expertise untersuchte allerdings nicht, ob fröhliche Frauen tatsächlich weniger Führungswillen haben.

Etwa 2000 Testpersonen wurden fiktive Szenarien mit Frauen vorgestellt: Die einen reagierten fröhlich, die anderen emotionslos, und die dritte Gruppe war erkennbar stolz auf ihre Leistung. Vor allem den fröhlichen Frauen werde unterstellt, keinen Führungswillen zu haben, wie Isabell Welpe vom Lehrstuhl für Strategie und Organisation sagte.

Auch bei Männern wurde Stolz als Merkmal für Führungsbereitschaft gewertet. Fröhlichen Männern wurde aber mehr Führungswillen zugetraut als fröhlichen Frauen. Die Forscher gehen davon aus, dass dies mit Stereotypen zusammenhängt. Demnach werden Führungskräfte als härter und selbstbewusster eingeschätzt - und somit männlich. "Führungskräfte sollen durchsetzungsstark, dominant und hart sein, Frauen gelten als ausgleichend, freundlich, sozial", sagte Welpe.

Interesse?

Frühere Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit Führungswillen auch eher eine Führungsposition angeboten wird. Dies sei für Frauen ein Nachteil, da sie im Schnitt als weniger interessiert daran wahrgenommen würden.

Selbst Frauen erwarten noch immer von Männern mehr Führungskraft als von ihren Geschlechtsgenossinnen. In einer anderen Studie mit 300 Testpersonen gingen sie von einer besseren Leistung aus, wenn ein Mann als Chef eine Aufgabe delegiert hatte. In einer dritten Studie mit 200 Probanden schnitten gerade bei den Frauen weibliche Chefs, die bei der Lösung einer Aufgabe wenig Freiheit ließen, schlechter ab als männliche Chefs mit dem gleichen Verhalten.

"Männern in Führungspositionen wird nach wie vor mehr Durchsetzungsfähigkeit gegenüber ihren Mitarbeitern zugetraut", sagte Welpe. "Überraschend ist, dass manche Stereotype gegenüber Frauen bei den Frauen selbst sogar ausgeprägter sind - wenn sie etwa einen dominanten Führungsstil bei Männern eher akzeptieren." Unter anderem wollen die Forscherinnen nun Schulungen entwickeln, die bei einem vorurteilsfreien Personalmanagement helfen.

Quelle: n-tv.de

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