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Montag, 18. Juni 2007

Hunger macht erfinderisch: Gänsegeier in Flandern

Rund 100 Gänsegeier aus den spanischen Pyrenäen sind aus Nahrungsmangel fast 1.000 Kilometer bis nach Belgien geflogen. "Die Vögel sind auf der Suche nach Futter", sagte Dominique Verbeelen von der Naturschutzorganisation Natuurpunt dem flämischen Rundfunk VRT. Als Aasfresser ernährten sich Gänsegeier von toten Tieren. Doch die fänden sie in ihrer Heimat kaum noch: "Früher legten die spanischen Bauern ihr totes Vieh auf die Weiden, aber seit dem Rinderwahnsinn ist das gesetzlich verboten", sagte Verbeelen.

Wie der Sender am Montag berichtete, sind allein in Knesselare bei Brügge am Sonntag 15 Gänsegeier gelandet. Doch in Belgien sei die Lage kaum besser. "Bei uns werden sie auch nichts finden - deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere Hungers sterben, ziemlich groß", sagte der Naturschützer. Die spanischen Bauern drängten die Europäische Kommission unterdessen, das Verbot zum Auslegen toter Tiere zu ändern. Im vergangenen Jahr hatten Vogelkundler auch in Deutschland Gänsegeier gesichtet.

Gänsegeier sind die größten in Europa lebenden Geier: Die Spannweite ihrer Flügel beträgt bis zu 2,80 Meter - mehr als beim Seeadler. Ihre Augen sind so scharf, dass sie Aas noch aus einer Höhe von 3.000 Metern erspähen können. Um so hoch emporzusteigen, brauchen sie aber warme Aufwinde. Bei trübem Wetter wie am Montag über Belgien könnten sie nicht abfliegen, berichtete VRT.

Quelle: n-tv.de

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