Donnerstag, 29. Juli 2010
UNESCO belohnt Ecuadors Mühen: Galapagos nicht mehr "gefährdet"
Die Galápagos-Inseln gelten nicht mehr als gefährdetes Naturgebiet. Die UNESCO entschied auf einer Sitzung ihres Welterbekomitees, den Archipel rund tausend Kilometer westlich der Küste Ecuadors von der Liste der bedrohten Gebiete zu streichen.
Die Riesenschildkröte "Einsamer George", das letzte Exemplar der Unterart Geochelone nigra abingdoni, lebt auf der Charles-Darwin-Station auf der Galápagos-Insel Santa Cruz.
Das Welterbekomitee der UNESCO hat die zu Ecuador gehörenden Galápagos-Inseln im Pazifik von der Roten Liste der gefährdeten Kultur- und Naturdenkmäler gestrichen. Das habe das Gremium bei seiner 34. Jahrestagung in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia beschlossen, teilte die Organisation mit. Die ecuadorianische Ministerin für Umweltschutz, Marcela Aguiñaga, begrüßte die Entscheidung, die sie als "Anerkennung der Anstrengungen Ecuadors bei der Bewahrung der Galápagos-Inseln" wertete.
Zu viele Touristen und illegale Siedler
Die UNESCO hatte die Galápagos-Inseln mit der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, darunter die weltberühmten Riesenschildkröten, 2007 für gefährdet erklärt. Grund war vor allem die Beeinträchtigung der Umwelt durch den ständig wachsenden Strom an Touristen sowie illegale Siedler vom Festland. Für die immer größere Zahl an Menschen auf den Inseln mussten auch mehr Versorgungsgüter zu den Inseln gebracht werden. Dies vergrößerte die Gefahr, dass fremde Tier- und Pflanzenarten eingeschleppt werden.
Die Regierung in Quito hatte als Gegenmaßnahmen unter anderem die zwangsweise Rücksiedlung von illegalen Bewohnern der Inseln zum Festland angeordnet. Auch soll der Tourismus besser kontrolliert und die Fähigkeit der Inseln zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln und Energie aus Sonnen- und Windkraft verbessert werden.
Die aus Vulkanen entstandenen Galápagos-Inseln liegen etwa 1000 Kilometer westlich vor der Küste des südamerikanischen Landes im Pazifik. Es gibt 14 größere und mehr als 100 kleine bis winzige Inseln. Nur fünf davon werden von insgesamt etwa 20.000 Menschen besiedelt. Die Inseln sind auch Lebensraum für den Blaufußtölpel, für Pelikane und Seelöwen.
Oberharzer Wasserregal will auf Welterbeliste
Das Welterbekomitee will bei der am Sonntag eröffneten Jahrestagung noch bis kommenden Dienstag auch über 39 Anträge auf Neuaufnahme von Kultur- und Naturdenkmälern entscheiden. Deutschland beantragte die Aufnahme des Oberharzer Wasserregals in die begehrte Liste. Das Oberharzer Wasserregal zählt zu den größten und bedeutendsten historischen bergbaulichen Wasserwirtschaftssystemen der Welt.
Die 21 UNESCO-Experten werden sich auch erneut mit der Frage befassen, ob sich eine von der Wirtschaft Rheinland-Pfalz geforderte Brücke mit dem Welterbestatus des Oberen Mittelrheintals verträgt - der Ausgang ist offen. Eine ähnliche Anfrage liegt aus Regensburg vor. Dort soll eine Ersatzbrücke über die Donau die fast 900 Jahre alte "Steinerne" Brücke entlasten.
dpa
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