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Eine Zecke auf der Haut eines Menschen
Eine Zecke auf der Haut eines Menschen(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 27. Mai 2015

Immer mehr FSME-Risikogebiete: Gefährliche Zecken breiten sich aus

In Deutschland besteht eine hohe Gefahr, an der Hirnhautentzündung FSME zu erkranken. Schuld sind Zecken, die den gefährlichen Erreger übertragen.

In Deutschland ist die Zahl der Risikogebiete für die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME gestiegen. Insgesamt 145 Kreise zählen mittlerweile dazu, drei mehr als 2014, meldet das Robert Koch-Institut (Berlin) in seinem Epidemiologischen Bulletin.

In Deutschland besteht vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen die Gefahr, sich durch einen Zeckenbiss mit dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis anzustecken. Für 2015 sind zwei weitere Kreise in Bayern (SK Hof, LK Ostallgäu) und einer in Thüringen (LK Greiz) hinzugekommen. Alle drei Kreise grenzen an bestehende Risikogebiete.

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Ursache sind sogenannte FSME-Naturherde, also Gebiete, in denen sich das Virus anhaltend zwischen Zecken und Wirtstieren verbreiten kann. Dafür benötigt das Virus spezielle Bedingungen, z.B. geeignete Wirtstiere, Temperatur (insbesondere ein schneller Temperaturanstieg im Frühjahr) und Feuchtigkeit, die offenbar vor allem im Süden Deutschlands besonders günstig sind. Naturherde sind häufig kleinräumig, daher kann das Erkrankungsrisiko auch innerhalb eines Landkreises stark schwanken. "Es gibt auch Gebiete, aus denen das Virus in den vergangenen Jahrzehnten wieder verschwunden ist", sagte eine RKI-Expertin. Dazu gehörten zum Beispiel einige Regionen in Ostdeutschland.

Eine weitere von Zecken übertragene Erkrankung ist die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose. Anders als Borreliose gibt es bei FSME kein Gegenmittel. Patienten haben zuerst Symptome wie eine Grippe mit Fieber und Unwohlsein. Nur bei einem Teil von ihnen kommen dann aber auch neurologische Probleme hinzu. Die können allerdings schwerwiegend sein und Lähmungen zur Folge haben. In schweren Fällen kann es zur Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute sowie Schädigung des Rückenmarks kommen, schlimmstenfalls endet eine Infektion tödlich.

Zecken jetzt auch in Städten

Um sich sicher vor FSME zu schützen, hilft nur eine Dreifachimpfung. In vielen Risikogebieten gebe es für Kinder recht gute Impfquoten, für Erwachsene jedoch häufig nicht. Dabei ist die Infektion für Erwachsene deutlich gefährlicher als für Kinder. Das RKI rät deshalb allen Menschen, die in ausgewiesenen Risikogebieten Kontakt zu Zecken haben könnten, sich impfen zu lassen. Eine Immunisierung wird auch für Urlauber empfohlen, die sich länger in freier Natur in einem betroffenen Landkreis aufhalten.

Betroffen sind aber nicht nur ländliche Gebiete: Zecken breiten sich auch in Städten immer weiter aus. Hintergrund sei die Zunahme geeigneter Lebensräume auch für die Wirtstiere wie Mäuse oder Ratten, auf denen die Parasiten sitzen. Das fanden Forscher aus Potsdam und Braunschweig heraus. So ließen sich längst nicht nur in Berlin, Freiburg, Hannover oder Magdeburg Zecken mit den Erregern der Lyme-Borreliose oder FSME finden.

Sie leben außer in Waldgebieten auch in Parks, Hinterhöfen und Gärten, sowie ehemaligen Rieselfeldern und an Mauerstreifen oder auf Spielplätzen. Ihre Transportmittel sind Mäuse und Ratten, aber auch Vögel, Füchse oder Igel.

Quelle: n-tv.de

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