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Montag, 17. August 2009

Schmerzmittel bedroht Aasfresser: Geier erfolgreich nachgezüchtet

Auch in Zoos und Tierparks ist jede Nachzucht ein Erfolg. Hier ein drei Tage altes Gänsegeierküken in einem Inkubator im Zoo von Belgrad.

Auch in Zoos und Tierparks ist jede Nachzucht ein Erfolg. Hier ein drei Tage altes Gänsegeierküken in einem Inkubator im Zoo von Belgrad.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die in ihrem Bestand kritisch bedrohten Schmalschnabelgeier (Gyps tenuirostris) sind erstmals in Gefangenschaft gezüchtet worden. Das berichtet die Vogelschutzorganisation Birdlife International in Cambridge (Großbritannien). Demnach gibt es derzeit überhaupt nur noch 1000 Vögel dieser Art in freier Wildbahn. Der Zuchterfolg gelang in zwei indischen Stationen, dort wurden zudem drei gleichfalls kritisch bedrohte Bengalgeier (Gyps bengalensis) aufgezogen.

Birdlife sieht in den Erfolgen ein Zeichen der Hoffnung, die Tiere zu erhalten. Beim Indischen Geiers (Gyps indicus) hoffen die Forscher auf einen Erfolg im nächsten Jahr. Diese sind weltweit – besonders in Asien – gefährdet. Der Grund ist das für sie giftige Schmerzmittel Diclofenac, das die Vögel beim Verzehr von Aas zu sich nehmen, wenn diese Tiere kurz vor ihrem Tod mit dem Präparat behandelt wurden. In Experimenten verendeten die Geier, wenn sie das Medikament verabreicht bekamen, berichtete ein Forschergruppe in den "Biology Letters".

Keine Entwarnung

Seit Anfang der 1990er Jahre sind die Bestände des Bengalengeiers, des Indischen Geiers und des Schmalschnabelgeiers auf dem indischen Subkontinent um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Zwar sei es in Indien seit 2006 verboten, Dicofenac in der Viehhaltung einzusetzen, berichtet Birdlife. Das Präparat verschwinde inzwischen auch – aber stattdessen würden andere, ähnlich gefährliche Substanzen vewendet.

dpa

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