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Halber Zentimeter pure Sprungkraft: Die afrikanische Grille Xya capensis.
Halber Zentimeter pure Sprungkraft: Die afrikanische Grille Xya capensis.(Foto: dapd)

Eindrucksvolles Sprungmanöver: Grille hüpft aus dem Wasser

Genial konstruierte Hinterbeine ermöglichen es einer afrikanischen Grillenart blitzartig aus dem Wasser empor zu schnellen und somit eventuellen Angreifern zu entkommen. Die Beschleunigung, die der kleine Krabbler dabei entwickelt, ist beachtlich.

Mit einem akrobatischen Manöver kann eine südafrikanische Grillenart aus dem Wasser springen. Dabei katapultiert sich Xya capensis fast senkrecht aus der Flüssigkeit. Möglich wird dies durch den kuriosen Aufbau ihrer Hinterbeine, wie Zoologen der britischen Universität Cambridge in der Zeitschrift "Current Biology" schreiben.

Wie andere Grillen und die verwandten Heuschrecken kann Xya capensis an Land gewaltige Sprünge vollführen. Doch die nur einen halben Zentimeter langen Insekten können auch aus dem Wasser hüpfen. Wie sie das tun, ermittelten Zoologen um Malcolm Burrows, indem sie die Sprünge mit einer Spezialkamera filmten und die Bewegungen anschließend im Detail analysierten.

Gleiches Protein wie Flöhe

Die akrobatische Leistung verdankt das Insekt der Form seiner Hinterbeine: Diese tragen zu beiden Seiten fast ein Dutzend paddelförmige Fortsätze und Sporne. Zudem enthalten die Beine das extrem elastische, gummiartige Protein Resilin, das auch Flöhen ihre erstaunliche Sprungkraft verleiht. Derart ausgestattet, gelingt es der Grabschrecke unter Wasser großen Schub und eine Beschleunigung von bis zu 180 g zu erzeugen.

Vor einem Sprung aus dem Wasser hält Xya capensis die gebeugten, unter Spannung stehenden Hinterbeine über die Oberfläche. Beim Eintauchen ins Wasser klappen die Beine blitzartig aus. Gleichzeitig fächern die Paddelfortsätze auf und vergrößern so die Angriffsfläche der Beine um weit mehr als das Doppelte.

Die Trägheit des Wassers nutzen die Winzlinge, um sich nach oben abzustoßen. Beim Sprung steigen sie dann mit durchgestrecktem Körper pfeilartig fast senkrecht in die Höhe. So können sie zehn Zentimeter hoch und drei Zentimeter weit hüpfen. Das sei zwar nicht mit den riesigen Sprüngen an Land zu vergleichen, schreiben die Forscher, reiche aber aus, um einem nahenden Fisch zu entgehen.

Quelle: n-tv.de

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