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Die Hai-Population erholt sich allmählich.
Die Hai-Population erholt sich allmählich.(Foto: picture alliance / dpa)

Meiste Vorfälle in USA: Hai-Angriffe erreichen 2015 Rekordniveau

Immer wieder kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Menschen und Haien - ob beim Schwimmen, Surfen oder Angeln. Im vergangenen Jahr sind es so viele Hai-Attacken wie nie zuvor. Der Anstieg der Angriffe wird auf zwei Ursachen zurückgeführt.

Die Zahl der weltweiten Hai-Attacken hat 2015 ein Rekordhoch erreicht. Insgesamt sei es im vergangenen Jahr zu 98 unprovozierten Angriffen auf Menschen gekommen, heißt es in einem Bericht von Forschern der Universität Florida. Sechs davon hätten ein tödliches Ende genommen. Der bisherige Höchstwert war im Jahr 2000 erreicht worden. Damals war es zu insgesamt 88 Hai-Attacken gekommen - mit elf Todesfällen.

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Den Anstieg führten die Forscher auf das weltweite Bevölkerungswachstum zurück. Wegen der Erwärmung der Ozeane sei zudem mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen zu rechnen, da Raubfische und badende Menschen schon früher im Jahr in Küstengewässern aufeinanderträfen.

Die mit Abstand meisten Hai-Angriffe gab es dem Bericht zufolge in den USA. 59 Vorfälle zwischen Menschen und Haien wurden erfasst, wobei alleine 30 auf den Bundesstaat Florida entfielen. Dahinter folgten Australien mit 18 und Südafrika mit acht Attacken. Solche Schwankungen in der Statistik seien allerdings nicht ungewöhnlich, mahnen die Forscher, da es sich nur um Trends über einen längeren Zeitraum handele. Zudem würden heutzutage viele Hai-Angriffe per Mail oder über soziale Netzwerke bekannt werden, die früher nicht erfasst wurden.

In acht Fällen zu Unrecht beschuldigt

Als unprovozierte Angriffe werden jene bezeichnet, bei denen der Mensch unabsichtlich in den Lebensraum der Haie eindringt und damit ihr natürliches Jagdverhalten anspricht, ohne die Tiere jedoch absichtlich zu reizen. Insgesamt kam es der Studie zufolge zu 164 Zusammenstößen mit Haien. Hierunter fallen auch jene Attacken, die explizit vom Menschen provoziert wurden, zum Beispiel bei Fütterungen, beim Fischen oder Angeln.

In 14 aller erfassten Fälle attackierten Haie ein Boot, wodurch Menschen zu Schaden kamen. In einem Fall ging ein Schiff mit Besatzung sogar unter. Acht Vorkommnisse gehen allerdings nicht auf das Konto von Haien. In diesen Fällen wurden die Raubfische fälschlicherweise eines Angriffs beschuldigt. Stattdessen waren Stechrochen, Blaubarsche und Aale in die Unfälle involviert.

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Quelle: n-tv.de

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