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Der Asteroid 2012 TC4 ist etwa so groß wie der kosmische Brocken, der am 15. Februar 2013 über dem russischen Tscheljabinsk explodierte (im Bild).
Der Asteroid 2012 TC4 ist etwa so groß wie der kosmische Brocken, der am 15. Februar 2013 über dem russischen Tscheljabinsk explodierte (im Bild).(Foto: dpa)
Freitag, 11. August 2017

Keine Einschlagsgefahr: Hausgroßer Asteroid rast nah an Erde vorbei

Ein Asteroid, etwa so groß wie ein Haus, rast auf die Erde zu. Der Brocken wird unseren Planeten nur um 44.000 Kilometer verfehlen - in kosmischen Maßstäben ist das sehr wenig. Forscher sehen aber keine Gefahr.

Ein Asteroid von der Größe eines Hauses ist im Anflug auf die Erde - und wird am 12. Oktober in nur 44.000 Kilometern Entfernung an unserem Planeten vorbeirasen. Damit verfehlt der kosmische Brocken die am weitesten von der Erde entfernten geostationären Satelliten lediglich um 8000 Kilometer, wie Wissenschaftler der Europäischen Weltraumagentur ESA sagten. Eine Einschlagsgefahr bestehe definitiv nicht.

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung - ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht.

ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern. KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde - allerdings zum größten Teil als Staub.

"Wir wissen sicher, dass dieses Objekt die Erde nicht treffen kann", sagte der ESA-Forscher Detlef Koschny. "Es gibt keinerlei Gefahr." Vielmehr sehen internationale Wissenschaftler im engen Vorbeiflug des Asteroiden die seltene Gelegenheit, ihre Fähigkeiten beim Aufspüren und weiteren Beobachten eines solchen Himmelskörpers zu testen.

15 bis 30 Meter langes Objekt

Bei dem heranrasenden Brocken handelt es sich um ein 15 bis 30 Meter langes Objekt, das die Bezeichnung 2012 TC4 trägt. Der Asteroid geriet 2012 erstmals ins Visier der Panstarrs-Oberservatorien auf Hawaii. Nach seiner Entdeckung konnte er jedoch wegen des Verlaufs seiner Bahn fünf Jahre lang nicht mehr beobachtet werden.

Zwar deuteten die Daten von 2012 darauf hin, dass TC4 im Oktober dieses Jahres in der Nachbarschaft der Erde auftauchen würde. Wie nah er dabei dem blauen Planeten kommen wird, wussten die Astronomen aber zunächst nicht.

Doch dann gelang es den Wissenschaftlern kürzlich, 2012 TC4 mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile aufzuspüren. Diese neuen Beobachtungen ergaben, dass der Asteroid bei seinem Vorbeiflug in zwei Monaten die Erde um 44.000 Kilometer verfehlen wird.

Seit vielen Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asteroiden im Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken. Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die meisten von ihnen ziehen fernab der Erde zwischen den Planeten Mars und Jupiter um die Sonne, manche können jedoch auch unserem Heimatplaneten gefährlich nahe kommen.

Der Asteroid 2012 TC4 ist etwa so groß wie der kosmische Brocken, der am 15. Februar 2013 über dem russischen Tscheljabinsk explodierte und weltweit Schlagzeilen machte. Der Tscheljabinsk-Asteroid hatte einen Durchmesser von rund 20 Metern. Seine Explosion in der Erdatmosphäre löste eine Druckwelle aus, durch die mehr als 1200 Menschen verletzt und 5000 Gebäude beschädigt wurden.

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Quelle: n-tv.de

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