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Auf der Suche nach Tumoren: Hoden "betatschen" bringt nichts

Eine Kampagne gegen Hodenkrebs rät Briten dazu, "ihre Keimdrüsen zu betatschen oder ihre Kronjuwelen zu streicheln". Das aber hält ein Arzt für komplett überflüssig und erklärt, warum.

Britische Werbekampagnen mit Prominenten, wonach Männer sich auf der Suche nach Anzeichen von Krebs regelmäßig die Hoden abtasten sollten, sind nach einem Kommentar in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" reine Zeitverschwendung.

Die Aufrufe an die Briten, "ihre Keimdrüsen zu betatschen oder ihre Kronjuwelen zu streicheln" seien eine "gutgemeinte Laune, die Böses anrichten kann", schrieb der Allgemeinmediziner Keith Hopcroft in einem Meinungsartikel in dem Blatt.

Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass die routinemäßige Selbstuntersuchung der Hoden einen Vorteil bringe. Die Wahrscheinlichkeit, bei dieser Art der Untersuchung auf Anzeichen von Krebsgeschwüren zu stoßen, sei winzig. Mindestens 50.000 Männer müssten sich über zehn Jahre hinweg untersuchen, um einen einzigen Todesfall zu vermeiden, schrieb Hopcroft.

In einer Kampagne für "Hoden-Bewusstsein" hatten bislang bereits unter anderem Popstar Robbie Williams und das Rugby-Team Leicester Tigers für die Selbstuntersuchung geworben.

Quelle: n-tv.de

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