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Längere Wege für mehr Vielfalt: Hummeln brauchens bunt

Die moderne Landwirtschaft und die Verstädterung machen den fleißigen Hummeln mächtig zu schaffen. Das konnte ein Forscherteam bei einer Art in den USA belegen. Die Insekten fliegen auf die bunte Vielfalt.

Eine Hummel, wissenschaftlich Bombus vosnesenskii, legt auf der Suche nach Futter oft weite Wege zurück.
Eine Hummel, wissenschaftlich Bombus vosnesenskii, legt auf der Suche nach Futter oft weite Wege zurück.(Foto: dpa)

Hummeln nehmen längere Wege auf sich, um Pollen verschiedenartiger Pflanzen zu sammeln. Die Vielfalt bedeutet den Tieren dabei mehr als die reine Menge der Blütenpflanzen, wie Biologinnen entdeckt haben. Außerdem wiesen sie nach, wie negativ sich Straßen und undurchdringliche Bauten auf die unterirdischen Hummel-Nester auswirken. Über die Ergebnisse berichtet das Team in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Shalene Jha von der Universität von Texas in Austin und Claire Kremen von der Universität von Kalifornien in Berkeley untersuchten, wie weit sich die Arbeiterinnen einer amerikanischen Hummelart (Bombus vosnesenskii) auf Futterflügen von ihrem Stock entfernen.

Da die kleinen, unterirdischen Nester nur schwer aufzuspüren sind, nutzten die Expertinnen dafür die Verwandtschaft der Tiere: Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei genetisch verwandte - also aus einem Stock stammende - Hummel-Arbeiterinnen gefunden werden, sinkt mit ihrem Abstand vom Stock. Vom Zahlenverhältnis der verwandten Tiere kann so auf deren Entfernung von der Heimat geschlossen werden.

Deutlich weitere Wege

Diese Flugentfernung setzten die Forscherinnen in Beziehung zum Pflanzenangebot an der Pollenquellen und fanden, dass die Menge und Dichte der Blütenpflanzen nicht entscheidend war. Eine große Vielfalt der Pflanzenarten an einer Stelle war für die Hummeln dagegen so verlockend, dass sie dafür deutlich weitere Wege flogen.

Außerdem zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Dichte der Nester und dem Grad der Natürlichkeit der Landschaft. Besonders die Versiegelung der Erde durch Wege und Straßen war ein Hindernis für die in Bodennestern siedelnden Hummeln. "Wir sind möglicherweise in einer Bestäuber-Krise", sagte Shalene Jha mit Blick auf ihre Forschungen in den USA.

Für die Insekten seien natürlichen Landschaften wichtig. In der Landwirtschaft sollte auf mehr Abwechslung gesetzt werden. "Hummeln zählen zu den effektivsten natürlichen Bestäubern", sagte Shalene Jha. "Sie sind groß und können eine Menge Pollen tragen."

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Quelle: n-tv.de

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