Das kindliche Immunsystem braucht "banale" Infektionserreger. Draußen, beim Kontakt mit anderen Kindern, sind die Voraussetzungen günstig.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mittwoch, 08. September 2010
Immunsystem braucht Infektionserreger: Hygiene begünstigt Allergien
Zwischen der zunehmenden Verbreitung von Allergien und übertriebener Hygiene besteht offenbar ein Zusammenhang. "Zur Vorbeugung von Allergien ist eine übertriebene Hygiene nicht sinnvoll", sagt Thomas Werfel, Präsident des 5. Deutschen Allergiekongresses, n-tv.de.
Werfel, Professor an der Klinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover, bezieht sich auf die Ergebnisse mehrerer Studien, die die Hygienehypothese zu belegen scheinen. "Die Hygienehypothese besagt, dass das kindliche Immunsystem immer weniger Erregern ausgesetzt ist, mit dem es sich beschäftigen muss. Das hat zur Folge, dass sich die Immunitätslage zugunsten von Allergien ändert", erklärte der Wissenschaftler.
Zusatzstoffe in der Nahrung, Kosmetik und Reinigungsmittel würden als Allergieauslöser dagegen allgemein überschätzt. "Die Rate von Intoleranzreaktionen, die gesichert in Zusammenhang mit Zusatzstoffen gebracht werden können, ist sehr gering", so Werfel.
Allergien werden als Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Immer mehr Menschen leiden darunter. Bis zu 30 Millionen Deutsche sind inzwischen betroffen, darunter viele Kinder und Jugendliche. Der 5. Deutsche Allergiekongress tagt vom 8. bis 11. September in Hannover.
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