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GebärmutterhalskrebsImpfung in der Pubertät

03.09.2007, 15:08 Uhr

Mädchen sollten im Alter von elf bis 17 Jahren gegen das Papillomvirus geimpft werden. Der Impfschutz ist nur wirksam, wenn sich die krebsauslösenden Warzenviren noch nicht in der Gebärmutter eingenistet haben.

Experten haben sich dafür ausgesprochen, bereits Mädchen in der Pubertät gegen Gebärmutterhalskrebs zu impfen. Der Impfschutz sei nur wirksam, wenn sich die krebsauslösenden Warzenviren – so genannte Papillomviren - noch nicht in der Gebärmutter eingenistet haben.

Das sagte der Erlanger Virologe Professor Bernhard Fleckenstein zum Auftakt eines Virologenkongresses in Nürnberg. Mädchen sollten im Alter von elf bis 17 Jahren gegen das Papillomvirus geimpft werden, riet er. Auch später könne eine Impfung das Risiko senken, dass eine Frau an Gebärmutterhalskrebs erkrankt.

Fleckenstein geht davon aus, dass mit einer frühzeitigen Impfung künftig 70 Prozent der bisherigen Tumore im Gebärmutterhals verhindert werden können. Die Zahl der tödlich verlaufenden entsprechenden Krebserkrankungen werde um 90 Prozent sinken. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es aber weiterhin nicht. Das liege daran, dass es bislang nur einen Impfstoff gegen zwei von rund 100 Papillomviren gibt. "Die Impfung gegen Papillomviren ist einer der seltenen Erfolgsgeschichten der Virologie. Dennoch stehen wir erst am Anfang", betonte Fleckenstein.

Bislang waren in Deutschland pro Jahr rund 6000 bis 6500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Rund 1800 Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen der Krankheit. Übertragen wird das Virus in der Regel beim Geschlechtsverkehr. Der Impfstoff war im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen. Die Kosten für drei Injektionen innerhalb eines halben Jahres liegen bei rund 400 Euro.

Bei dem Kongress wollen knapp 1500 Wissenschaftler aus ganz Europa ihre Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Virologie vorstellen und diskutieren. Thema ist neben der Aids-Bekämpfung auch die aktuelle Bedrohungslage durch SARS-, Vogelgrippe- und Influenza-Viren. Die Spezialisten wollen auch auf neu auftretende Viren hinweisen, wie beispielsweise die unlängst auf den pazifischen Inseln Mauritius und Reunion grassierende Chikungunya-Krankheit. Sie wird durch Mücken auf den Menschen übertragen und ist von starken Schmerzen begleitet. Auch viele Urlauber waren davon betroffen.