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Die neue Weltkarte von Hajime Narukawa soll die genaueste sein, die es bisher gibt.
Die neue Weltkarte von Hajime Narukawa soll die genaueste sein, die es bisher gibt.(Foto: AuthaGraph Worl Map/Hajime-narukawa/@AuthaGraph.com)
Freitag, 04. November 2016

Seltsam anzuschauen, aber genauer: Japaner entwirft präzisere Weltkarte

Die gängigen Weltkarten basieren auf einer jahrhundertealten Projektionsmethode. Einem Japaner war das zu ungenau. Er entwickelte eine neue Karte, deren Anblick verblüfft - aber deutlich präziser ist.

Der japanische Künstler und Architekt Hajime Narukawa hat eine Weltkarte entwickelt, die unseren Blick auf die Welt verändern könnte, denn sie zeigt unsere Erde anders als wir sie bisher kannten.

Fast alle herkömmlichen Weltkarten beruhen auf einer Technik, die sich Mercator-Projektion nennt. Benannt nach dem flämischen Kartografen Gerhard Mercator (1512-1594). 1569 brachte er die einzelnen Erdteile erstmals auf eine zweidimensionale Karte. Weil sich eine Kugel nicht problemlos in einen Zylinder verwandeln lässt, verzerrten sich einige Flächen, so dass Gebiete wie Skandinavien, Russland, Grönland und die Antarktis riesig wirken, Afrika dagegen in der Mitte gestaucht wird. Trotzdem blieb die Mercator-Projektion bis heute die Grundlage unserer Weltkarten.

Narukawa war das zu ungenau und so beschloss er, mit dieser jahrhundertealten Unwahrheit aufzuräumen. Er entwickelte eine eigene Projektionsmethode, die die Mängel der Mercator-Karte ausbügeln soll. Seine AuthaGraph-Karte berücksichtigt die Erdkrümmung und stellt so die Größe der Ozeane und der Landmaßen ziemlich genau dar. Die Karte lässt sich zudem komplett zu einem Globus oder zu einer Pyramide zusammenfalten, wie man in einem YouTube-Video sehen kann. Zudem können mehrere Exemplare der Karte übergangslos in beliebiger Richtung aneinandergereiht werden.

Im Zeitalter von Klimawandel und Meeresgebietsansprüchen hielt Narukawa es für wichtig, einen neuen Blick auf die Welt zu etablieren, der alle Interessensgebiete des Planeten berücksichtigt, zitiert "Spoon-Tamago" den Japaner.

Das Ergebnis seiner Arbeit wurde nun auf besondere Weise gewürdigt. Er erhielt für seine Erfindung den diesjährigen Good Design Award, einen der begehrtesten Design-Preise der Welt. Und seit dem vergangenen Jahr findet sich die Karte sogar in den japanischen Schulbüchern.

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Quelle: n-tv.de

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