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Während die Pinguinweibchen auf Jagd sind, schützen die Männchen dichtgedrängt den Nachwuchs.
Während die Pinguinweibchen auf Jagd sind, schützen die Männchen dichtgedrängt den Nachwuchs.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 18. Dezember 2013

Dominoeffekt wie beim Stau: Kaiserpinguine kuscheln mit System

Kaiserpinguine müssen in der Antarktis Temperaturen von bis zu minus 50 Grad trotzen. Das gelingt den Tieren mit einer Art Gruppenkuscheln. Nun können Forscher auch die seltsamen Bewegungen der Gruppen erklären.

Dichtgedrängt stehen Tausende männliche Kaiserpinguine beim Brüten in ihrer Kolonie zusammen. Bewegt sich einer von ihnen um nur wenige Zentimeter, rücken die benachbarten Pinguine sofort nach, um die Gruppe möglichst eng beieinander zu halten und vor Kälte zu schützen, berichtet ein deutsch-französisches Forscherteam im Fachblatt "New Journal of Physics". Bewegungen einzelner Pinguine pflanzen sich so als fortschreitende Welle durch die Kolonie fort.

Kaiserpinguine brüten mitten im antarktischen Winter, wenn die Temperaturen auf bis zu minus 50 Grad fallen können und der Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern über das Eis fegt. Dank ihres extrem dichten Gefieders und weil sie sich oft zu großen kreisförmigen Gruppen zusammenfinden, können die Pinguine der Kälte trotzen. In so einer Gruppe kann die Oberflächentemperatur eines Pinguins in weniger als zwei Stunden auf 37 Grad Celsius ansteigen, schreiben die Wissenschaftler um Richard Gerum und Daniel Zitterbart von der Universität Erlangen-Nürnberg.

Kolonie in ständiger Bewegung

In den Gruppen sind nur Männchen zu finden. Die Weibchen verschwinden nach der Ablage des Eis ins Meer, um zu jagen. Die Männchen legen sich ihr Ei auf die Füße unter eine Bauchfalte. Sie stehen allerdings nicht völlig regungslos. Zum einen wechseln regelmäßig Tiere von den kühleren Außenpositionen ins Innere der Kolonie. Zum anderen verändert immer wieder die gesamte Kolonie über sich fortpflanzende Bewegungen ihre Position. Wie die Bewegungen ausgelöst werden und wie sich die Wellen ausbreiten, war bisher unklar.

Die Forscher untersuchten dies mit Hilfe eines mathematischen Modells, das unter anderem auch für die Analyse von Staus im Straßenverkehr eingesetzt wird. Sie verglichen die Vorhersagen des Modells mit Videoaufnahmen brütender Kaiserpinguin-Kolonien. Dabei fanden sie heraus, dass eine Bewegung von jedem Tier ausgelöst werden und sich in jede beliebige Richtung fortpflanzen kann. Sobald der Abstand zwischen zwei Tieren zu groß wird, rückt der Nachbar nach.

Zu groß ist in diesem Fall ein Abstand von etwa zwei Zentimetern, berichten die Forscher. Das sei etwa die doppelte Dicke der Gefiederschicht eines Pinguins. Dies lege nahe, dass sich die Tiere normalerweise kaum berühren, wenn sie nebeneinanderstehen. Sie verhinderten so, dass das Gefieder zusammengepresst und die Wärmedämmung gemindert werde.

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Quelle: n-tv.de

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